Aus Sicht der Regulierungsbehörde RTR sind die EU-Regeln zum Datenroaming ein voller Erfolg. Es gebe in der Schlichtungsstelle kaum noch Beschwerden, sagte RTR-Chef Klaus Steinmaurer am Mittwoch in einer Pressekonferenz. Probleme gebe es aber noch im Grenzbereich zwischen Vorarlberg und der Schweiz, oder wenn Österreicher bei der Fahrt durch Serbien vergessen, dass das Land nicht in der EU ist.

Ein Gigabyte kann in Serbien für österreichische Mobilfunkkunden Roamingkosten von bis zu 14.000 Euro verursachen, sagte Steinmaurer. Im Vorjahr hat die RTR in einem Fall vermittelt, wo die Handyrechnung knapp 24.000 Euro ausmachte. Diese wurde dann vom Mobilfunkbetreiber auf 500 Euro reduziert. Auch in Flugzeugen oder auf Kreuzfahrtschiffen tappen Österreicherinnen und Österreicher immer wieder in die Roamingfalle.

Alle großen Mobilfunkanbieter mit Ausnahme von Magenta (T-Mobile) bieten ihren Kunden die Möglichkeit, EU-Roaming und Roaming außerhalb der Europäischen Union getrennt voneinander zu deaktivieren - und damit eine mögliche Kostenfalle zu schließen. Laut Steinmaurer schafft das große Kostenkontrolle.

Die RTR führte 2019 rund 1.950 Schlichtungsverfahren durch. Diese seien in den vergangenen Jahren relativ konstant geblieben, ein wichtiger werdendes Thema sei aber die Qualität und Geschwindigkeit der Internetverbindung. In vier von fünf Fällen gelingt eine Einigung. Durch den Wegfall vieler Streitigkeiten um Datenroaming sank der durchschnittliche Streitwert um 91 Euro auf 482 Euro. Bei Mobilfunkdiskontern wie HoT, spusu oder Yesss gibt es aufgrund der einfachen Vertragsstruktur kaum Beschwerden.

Bei den Postdiensten, wo die RTR ebenfalls als Streitschlichter fungiert, stieg die Anzahl der Verfahren von 350 auf 520. Der Anstieg werde aber durch das rasant steigende Paketvolumen relativiert, sagte Steinmaurer. Der Großteil der Verfahren betrifft Zustellprobleme.(apa)