Die afghanische Regierung hat im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus eine Aufklärungskampagne auf Twitter gestartet. Dies ging aus einer Anweisung an alle Regierungsinstitutionen hervor, die der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch vorlag. "Nehmt Corona ernst", heißt es auf einem Logo in den sozialen Medien, das von Institutionen der Regierung verbreitet wird.

Zudem werden Hinweise auf den Landessprachen Dari und Paschto veröffentlicht, wie Menschen sich und andere vor einer Ansteckung schützen können. Dabei gibt es in Afghanistan sehr viele Analphabeten, insbesondere unter alten Menschen. Nach Angaben der UNESCO können insgesamt nur vier von zehn Menschen ab einem Alter von 15 Jahren lesen und schreiben.

Vertrauen und ehrliche Kommunikation

Vertrauen und ehrliche Kommunikation von Regierungsseite sei in der Bekämpfung von Krankheitsausbrüchen essenziell, mahnt Ärzte ohne Grenzen in Afghanistan. "Es bedarf einer klaren, zeitnahen, maßvollen und ehrlichen Kommunikation und Führung. Die Menschen müssen in die Lage versetzt werden, sich selbst zu schützen", so die Hilfsorganisation. Afghanistan sei im Gesundheitswesen durch vier Jahrzehnte Krieg und Konflikte sehr verwundbar.

Inzwischen stieg die Zahl der bestätigten Infektionen mit Sars-Cov-2 in Afghanistan auf 196, die meisten davon in der westlichen Provinz Herat. Präsident Ashraf Ghani kündigte am Mittwoch daher ein Flugverbot in und aus der Provinz an. Die tatsächliche Zahl der Fälle dürfte deutlich höher sein, da laut Gesundheitsministerium nur etwas mehr als 2.000 Menschen getestet wurden. Landesweit gab es fünf bestätigte Todesfälle. (apa/dpa)