Die EU-Datenschutzbehörde EDPS macht sich für eine grenzüberschreitende App stark, um Kontakte von Corona-Infizierten mit anderen Bürgern nachzuverfolgen. Eine gemeinsame europäische App werde bessere Ergebnisse liefern als ein Sammelsurium einzelstaatlicher Lösungen, erklärt die EDPS. Die Koordination könne auf EU-Ebene stattfinden. Ideal wäre auch eine Abstimmung mit der Weltgesundheitsorganisation WHO. Polen überwacht mit einer App bisher Bürger, die aus dem Ausland zurückkehren. Irland setzt auf Freiwilligkeit.

Internet-Provider begrüßen Umstellung auf Open Source

Die Internet Service Providers Austria (ISPA) begrüßen, dass die Regierung weiterhin auf eine freiwillige Nutzung der Corona-App des Roten Kreuzes setzt und zusätzlich auf Open Source umgestellt werden soll, wie die "futurezone" berichtete. Nur eine möglichst vollständige Transparenz schaffe das notwendige Vertrauen, sagte Generalsekretär Maximilian Schubert am Montag in einer Aussendung.

Mit der Umstellung auf Open Source könne der Quellcode der App und somit ihre Funktionsweise einer unabhängigen und neutralen Kontrolle unterzogen werden, "um Ängsten in der Bevölkerung vor einer möglichen überschießenden Überwachung zu begegnen", so Schubert. "Die freiwillige und transparente Nutzung einer klar umrissenen App ist dem technisch völlig unzulänglichen Rückgriff auf Daten von Mobilfunkbetreibern im Verborgenen in jedem Fall vorzuziehen."

Wann die App des Roten Kreuzes auf Open Source umgestellt wird, ist noch nicht bekannt. Am Wochenende hatte das Rote Kreuz angekündigt, dass die Anwendung ab Donnerstag künftig Kontakte auf Wunsch automatisch speichert.(apa/reuters)