Die italienische Regierung bemüht sich angesichts steigender Infektionszahlen um eine stärkere Verbreitung der Corona-Warn-App "Immuni". Die App soll bald in der Lage sein, mit ähnlichen europäischen Plattformen in Kontakt zu treten. Damit soll der Datenaustausch im europäischen Rahmen im Kampf gegen die Epidemie gefördert werden, hieß es.

Die Warn-App, die bisher von sieben Millionen Italienern heruntergeladen wurde, soll daher auch bei Auslandsreisen helfen, Kontakten zu infizierten Personen nachzugehen. "Immuni" wird bis zum 31. Dezember 2021 funktionieren, danach sollen alle persönlichen Daten gelöscht werden. Die App wurde vom Mailänder High-Tech-Unternehmen "Bending Spoons" im Auftrag der Regierung in Rom entwickelt.

Wegen steigender Corona-Infektionszahlen in Italien verschärft die Regierung von Premier Giuseppe Conte ihren Kurs im Kampf gegen die Virus-Ausbreitung. Das Kabinett will eine allgemeine Pflicht zum Tragen von Corona-Schutzmasken in ganz Italien erlassen. Bisher galt die Maskenpflicht lediglich in vier der 20 italienischen Regionen. Außerdem sollen Menschenansammlungen dringend vermieden werden. Rom werde die Kontrollen dabei verschärfen, kündigte Gesundheitsminister Roberto Speranza an. Wer sich nicht an die Maskenpflicht bzw. die Abstandsregeln halte, müsse mit einer Geldstrafe von 400 bis 1.000 Euro rechnen. Bei den Kontrollen soll auch das Heer zum Einsatz kommen.

Der Senat in Rom hat indes einen Antrag der Regierungsparteien auf Verlängerung des Ausnahmezustands infolge der Coronavirus-Epidemie bis zum 31. Jänner 2021 angenommen. Diese Maßnahme gibt der Regierung besondere Vollmacht im Kampf gegen die Epidemie. Auch die Abgeordnetenkammer sollte am heutigen Mittwoch über den Antrag abstimmen. Premier Giuseppe Conte warnte, dass der Kampf gegen die Epidemie nicht gewonnen sei. "Wir müssen uns weiter gegen die Ausbreitung der Infektion hart einsetzen", sagte der Regierungschef.(apa)