Ein neues Christian Doppler(CD)-Labor an der TU Wien widmet sich der Frage, wie man Blockchains für das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) nutzen kann. Derzeit passen die beiden Welten unter anderem wegen des hohen Ressourcenverbrauchs der Blockchains nicht gut zusammen. Die Wissenschafter wollen daher in dem neu eröffneten CD-Labor gemeinsam mit den Unternehmenspartnern untersuchen, wie Blockchains ressourcensparender und einfacher designt werden können.

Als Blockchain wird eine erweiterbare Reihe von Datensätzen ("Blöcke") bezeichnet, die mittels kryptographischer Verfahren miteinander verknüpft sind. Die Information liegt dabei nicht zentral vor, sondern wird von allen Nutzern auf ausgeklügelte Weise geteilt, so dass alle den Daten vertrauen können. In dem Ansatz werden viele Vorteile gesehen, da er den Aufbau von Netzwerken verschiedenster Art ermöglicht, in denen potenziell alle Teilnehmer über den gleichen Informationsstand und damit vergleichbare Macht verfügen. Das bisher erfolgreichste Beispiel auf Basis dieser Idee ist die elektronische Währung "Bitcoin".

"Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass das zum kommenden Internet der Dinge optimal passt", erklärte der Leiter des neuen "CD-Labors für Blockchaintechnologien für das Internet der Dinge", Stefan Schulte, vom Institut für Information Systems Engineering der TU Wien in einer Aussendung. Denn auch beim IoT sei ein wichtiger Grundgedanke, dass es keine Schaltzentrale gibt, sondern viele kleine Komponenten gleichberechtigt miteinander interagieren.

Kombination beider Welten

Beim "Internet der Dinge" werden technische Geräte, Sensoren und Steuerelemente zusammengefasst, die in intelligenten, autonom agierenden Netzen zusammenarbeiten und etwa in einer Fabrik die Produktion mit unterschiedlichen, miteinander kommunizierenden Maschinen steuern. Doch die Kombination der beiden Welten wird durch den hohen Bedarf der Blockchains an Rechenpower, Energie und Speicherplatz erschwert - genau das soll beim IoT mit seinen vielen kleinen, simplen Komponenten eigentlich vermieden werden.

Ziel des neuen CD-Labors ist es daher, Blockchains ressourcensparender und einfacher zu designen. Zudem soll die Fähigkeit zur Zusammenarbeit unterschiedlicher Blockchains verbessert werden. Denn aufgrund der zahlreichen verschiedenen Standards beim Internet der Dinge sei die Chance groß, dass dort auch unterschiedliche Blockchain-Technologien eingesetzt werden, die dann nicht kompatibel sind - ein Problem, das man in der neuen Forschungseinrichtung lösen will.

In den von der Christian Doppler Gesellschaft (CDG) für jeweils sieben Jahre genehmigten CD-Laboren kooperieren Wissenschafter mit Unternehmen im Bereich anwendungsorientierte Grundlagenforschung. Das Budget kommt dabei jeweils zur Hälfte von der öffentlichen Hand und den Industriepartnern - das sind im konkreten Fall Bitpanda (Österreich) und IOTA (Deutschland). (apa)