Der Ermittlungsbereich Betrug des Landeskriminalamtes Niederösterreich hat am Mittwoch neuerlich vor einer Welle an betrügerischen Mitteilungen gewarnt. Seit Jahresbeginn habe es im Bundesland zumindest zehn Fälle von "Tochter/Sohn-WhatsApp"-Nachrichten gegeben, teilte die Landespolizeidirektion mit. Der entstandene Schaden wurde mit mehr als 70.000 Euro beziffert.

Es würden über eine unbekannte Nummer WhatsApp oder SMS an (potenzielle) Opfer verschickt, in denen sich die Betrüger als Kind der Empfängerinnen und Empfänger ausgeben und mitteilten, dass sie eine neue Nummer hätten. Das alte Mobiltelefon sei verloren oder durch einen Wasserschaden unbrauchbar geworden. Da am neuen Gerät die Banking App aber noch nicht funktioniere und eine dringende Zahlung durchgeführt werden müsse, wird um "Aushilfe" gebeten. Die Opfer sollen einen meist vierstelligen Betrag an eine bestimmte Empfängerin oder Empfänger überweisen, das Geld werde so bald wie möglich zurückgezahlt.

Letzteres ist freilich nicht der Fall. In den seit 2. Jänner bekanntgewordenen zehn Fällen in mehreren niederösterreichischen Bezirken wurden der Polizei zufolge Beträge von 650 bis 17.017 Euro überwiesen.

Wenn Sie SMS oder WhatsApp von Familienangehörigen mit Geldforderungen und neuen Telefonnummern bekommen, nehmen Sie Kontakt über die alten Telefonnummern auf und fragen bitte nach, ob das stimmt, heißt es in den Präventionstipps. Veranlassen Sie keine Auslandsüberweisungen auf Konten, die Sie nicht kennen, ohne vorher mit Ihren Familienangehörigen gesprochen zu haben. Blockieren Sie anschließend die "neue" Telefonnummer. Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei. (apa)