Vor wenigen Tagen stellte Mark Zuckerberg bei der Entwicklerkonferenz "f8" die kommenden Funktionen des weltweit größten sozialen Netzwerks Facebook vor (die Wiener Zeitung berichtete). Es handelte sich dabei um die größten und gravierendsten Veränderungen seit dem Start des sozialen Netzwerks, so die Aussage der Verantwortlichen. Tatsächlich hat sich Facebook eine komplette Überarbeitung gegönnt. Allerdings werden einige Neuerungen bereits heftigst kritisiert. Die Wiener Zeitung hat die Beta-Version getestet und sich ein Bild von der Zukunft des sozialen Netzwerks gemacht.

Timeline - der Schrecken aller Datenschützer
Die auffälligste Neuerung ist mit Sicherheit die Timeline. Diese neue Funktionalität ermöglicht es den Anwendern einen chronologischen Abriss ihres Lebens zu erstellen. Auf den ersten Blick wird die Timeline tatsächlich wie eine unglaubliche, digitale Reise in seine eigene Vergangenheit - zumindest wenn man schon lange genug bei Facebook ist. Doch hat man erst einmal einige Zeit mit den Erlebnissen seines Alter Ego verbracht, da wird einem schnell bewusst, dass das Internet - und Facebook - nicht so schnell vergessen, wie man selbst. Oder zumindest nicht so gut verdrängen können, wie die Menschen.

Das digitale Lebensarchiv wird in Zukunft wohl viele Anwender dazu animieren ihre Babyfotos hochzuladen. Immerhin braucht jede Reise einen Starttermin. Danach lassen sich alle wesentlichen oder unwensetlichen Eindrücke im Leben mit der Freundesschar munter teilen. Die große Problematik ist dabei allerdings, dass sich Freunde im Laufe der Zeit verabschieden, man sich zerstreitet und trennt, seinen Arbeitsplatz wechselt und vielleicht neue Freunde hat, die man vor gar nicht allzu langer Zeit nicht mochte.

Deutsche Datenschützer warnen
Das neue "Timeline"-Angebot der Internet-Firma Facebook stößt in Deutschland weiter auf Kritik. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hatte am Donnerstag angekündigt, dass sein Unternehmen noch stärker Plattform für den Multimedia-Konsum seiner Nutzer werde wolle. Zudem könnten Nutzer eine Art multimediale Biografie ihres Lebens auf Facebook erstellen. Die deutsche Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner sagte am Samstag im Deutschlandradio Kultur, die Grundphilosophie von Facebook sei, an möglichst viele Daten der Kunden zu kommen. Aigner kündigte erneute Gespräche in den USA an.