London.  Wikileaks-Gründer Julian Assange darf gegen seine Auslieferung nach Schweden vor dem Obersten Gerichtshof Großbritanniens Berufung einlegen. Das entschied das höchste Zivilgericht am Montag in London. Damit kann der 40-jähriger Australier zunächst nicht nach Schweden ausgeliefert werden, wo gegen ihn wegen des Verdachts auf sexuelle Übergriffe gegen zwei Frauen ermittelt wird. Assange weist die Vorwürfe zurück und spricht von einer Verleumdungskampagne.

Assange-Anwalt freut sich über Zeitgewinn
Die schwedische Staatsanwaltschaft beließ die britische Gerichtsentscheidung unkommentiert. Die für den Fall des Wikileaks-Gründer zuständige Staatsanwältin Marianne Ny stehe für keinen Kommentar zur Verfügung, hieß es in einer schriftlichen Mitteilung der Anklagebehörde in Stockholm. Es gebe auch keine Informationen über den derzeitigen Stand der schwedischen Ermittlungen gegen Assange.

  Per Samuelsson, einer der beiden schwedischen Anwälte des Australiers, bezeichnete unterdessen die Londoner Entscheidung, eine Klage beim Höchstgericht zuzulassen, als "erfreulich". Dies bedeute, dass sein in Großbritannien unter Hausarrest stehender Klient eine weitere Möglichkeit erhält, seinen Standpunkt vor Gericht zu erläutern. Die von Schweden begehrte Auslieferung Assanges sei damit weiter aufgeschoben. Bis zum endgültigen Entscheid könne es nun "ein paar Monate" dauern, so der Rechtsanwalt gegenüber der schwedischen Nachrichtenagentur TT.