Wien. Die heimischen Mobilfunkprovider sind definitv eine jener Branchen, die seit Jahren über sinkende Mobilfunkkosten, Mehrbelastungen durch Netzausbau und ähnliche Entwicklungen mehr jammert. Der Preisdruck sei enorm und ebenso der Wettbewerb. Österreich als kleines Land mit so vielen Providern - vier, bald nur mehr drei - ohnehin schwer überversorgt und damit sei es zudem ein Wunder, dass man so gute Zahlen präsentieren könne. Quer durch die Bank wurden solche Aussagen in den letzten Jahren auf diversen Pressekonferenzen heruntergebetet. Und nun? Nun stellt sich heraus, dass Telefonieren und Internetsurfen immer teurer wird.

Trendwende
Jahrelang hat der Telekommunikationssektor inflationsdämpfend gewirkt, nun zeichnet sich eine Trendänderung ab. Im 3. Quartal 2001, den aktuellsten Zahlen der Telekom-Regulierungsbehörde RTR, ist der Telekomindex überproportional gestiegen. Während der Verbraucherpreisindex (VPI) in diesem Vierteljahr nur um 0,1 Prozent zulegte, kletterte der Telekom-Index um 2,5 Prozent in die Höhe. Beim Breitband-Internet gab es in Plus von 3,6 Prozent, im Mobilfunk von 2,7 und im Festnetz von 2 Prozent. Im Schnitt gab der Mobilfunkkunde im 3. Quartal 17 Euro im Monat aus.

  Georg Serentschy, Chef der Telekom-Regulierungsbehörde RTR, betonte am Dienstag vor Journalisten, dass der Telekomindex seit dem Jahr 2006 immer um rund 40 Prozent unter dem VPI gelegen sei. Dass es jetzt zu einem Preisanstieg gekommen ist sei aber keine vorweggenommene Folge von geringerem Wettbewerb durch die Marktbereinigung zu Jahresbeginn 2012. Die Nummer vier am Mobilfunkmarkt "3", hat den drittgrößten Anbieter Orange gekauft, eine wettbewerbsrechtliche Prüfung ist in Brüssel am Laufen. In Internetforen wird kritisiert, dass unmittelbar nach Bekanntgabe des Kaufs besonders attraktive Angebote auf den Websites der Anbieter verschwunden seien.

150 Prozent Handypenetration  
Dem Handyboom taten die gestiegenen Preise keinen Abbruch. Im dritten Quartal 2012 hat die Mobilfunkpenetration 150 Prozent der Bevölkerung erreicht. Serentschy führt dies auf die gestiegene Zahl der mobilen Breitbandanschlüsse und der Machine-to-Machine-SIM Karten, etwa bei Verkehrsleitsystemen.

  Die Beschäftigung im Telekomsektor ging in den vergangene Jahren leicht zurück. Im Vergleich zum Vorquartal gab es im 3. Quartal aber einen minimalen Anstieg auf 14.060 eigene Mitarbeiter sowie 1.610 Leasingpersonal und freie Mitarbeiter. Parallel zum Beschäftigtenstand schrumpften auch die Umsätze leicht.