Wien. Beim Internetsurfen mit einem Smartphone oder einem Tabletcomputer kann schon ein Fingertipp zur Kostenfalle werden. Möglich ist das durch "WAP-Billing". Diese Technik ermöglicht das Bezahlen über die Handyrechnung ohne jede zusätzliche Eingabe persönlicher Daten wie Name, Adresse oder Rufnummer. Das nutzen auch Abzocker aus und locken damit NutzerInnen von Smartphones in die Falle.

Gefahr in Gratis-Apps mit Werbebannern
Die Gefahr lauert vor allem in Gratis-Apps, die sich oft über Werbebanner finanzieren. Über die Werbebanner werden KonsumentInnen auf speziell eingerichtete WAP-Seiten umgeleitet. AKNÖ-Experte Michael Dunkl: "Die NutzerInnen bemerken oft erst durch die höhere Handyrechnung, dass sie per Fingertipp ein teures Abo, z. B. für Klingeltöne, Spiele oder Flirtkontakte bestellt haben." Einer Konsumentin aus Niederösterreich wurden insgesamt über 300 Euro zusätzlich über ihren Handyanbieter in Rechnung gestellt. "Aufgrund der Zunahme an Beschwerden haben wir einige aktuelle Gratis-Apps unter die Lupe genommen und nach Kostenfallen in Werbebannern untersucht. Dabei konnten wir feststellen, dass wesentliche Informationen wie beispielsweise der Preis und andere Vertragsbedingungen tatsächlich oft nur schlecht lesbar dargestellt oder überhaupt gut versteckt waren - trotzdem wurden uns im Test Beträge verrechnet!", so der Experte.

AKNÖ fordert mehr Sicherheit für Mobilfunkkunden
Da die Freigabe der Zahlung und die Verrechnung über die Mobilfunkbetreiber erfolgt, fordert die AKNÖ Nachbesserung auf Seiten der Betreiber, beispielsweise durch die Sicherstellung von transparent gestalteten Bestellungsabläufen. "MobilfunkkundInnen müssen schon beim Abschluss des Handyvertrages durch die Betreiber besser informiert werden. Denn vermutlich wissen die wenigsten KonsumentInnen über diese Verrechnungsmethode oder Sperrmöglichkeiten Bescheid", fordert Dunkl.

Für Smartphone- und Tablet-NutzerInnen hat der AKNÖ-Experte folgende Tipps:

Die Augen beim Spielen und Surfen offen halten - kein Klick auf Werbebanner ohne vorher genau nachgelesen zu haben.
Beim Mobilfunkanbieter erkundigen, ob neben Mehrwertdiensten auch andere kostenpflichtige Dienste wie beispielsweise Content-Dienste oder digitale Güter gesperrt werden können.
Wenn bereits ein Abo-Dienst verrechnet wird: Einspruch gegen die Rechnung beim Mobilfunkanbieter sowie eine Beschwerde beim Telekom-Marktregulator RTR GmbH einbringen. Die Einspruchsfrist beim Mobilfunkanbieter beträgt 3 Monate.

So sind Sie sicherer unterwegs
Tipps der AK Konsumentenschützer, damit sie bei Apps nicht insgeheim draufzahlen:

+ Wollen Sie eine App wirklich installieren, lesen Sie vorher die Bewertungen (etwa im App-Shop und in Internet-Foren) durch.

+ Testen Sie kostenpflichtige Apps. Oft können Sie die Basisfunktionen gratis probieren. Es gibt auch so genannte "Light"-Versionen (oft als "Lite" bezeichnet), die ausreichen.

+ Installieren Sie nur Apps aus den offiziellen App-Shops.

+ Kontrollieren Sie bei der Installation der App die Zugriffsberechtigungen. Wie das ge-nau funktioniert, finden Sie in der AK Erhebung unter www.arbeiterkammer.at.

+ Seien Sie bei  kostenlosen Apps besonders vorsichtig. Klicken Sie Werbelinks nicht an.

+ Sperren oder sichern Sie App-Käufe und In-App-Käufe in den Einstellungen, um unge-wollte teure Überraschungen zu verhindern (wie das geht, zeigt die AK Erhebung unter www.arbeiterkammer.at).

+ Vorsicht, wenn Kinder mit dem Gerät spielen! Sie könnten unbemerkt kostenpflichtige Dienste nutzen. Datendienste können Sie am Handy ab Mai kostenlos sperren lassen. Damit schließen Sie auch einen Missbrauch durch Apps aus.

+ Löschen Sie Apps, die Sie nicht mehr brauchen, dann können diese auch im Hintergrund keine unerwünschten Daten mehr übertragen.