Facebook hat Kreisen zufolge die Preisspanne für den Börsengang erhöht und will nun mehr als zwölf Milliarden Dollar einsammeln. Wegen der starken Nachfrage habe das weltgrößte soziale Netzwerk die Spanne auf 34 bis 38 Dollar je Aktie von zuvor 28 bis 35 Dollar angehoben, sagte ein mit dem Vorgang Vertrauter am Montag. Damit wäre der Internet-Konzern, dessen Aktien ab Freitag an der Nasdaq gehandelt werden sollen, zwischen 93 und 104 Milliarden Dollar wert. Facebook käme auf eine größere Marktkapitalisierung als Hewlett-Packard und Dell zusammen. Ein Facebook-Sprecher wollte sich auf Anfrage nicht äußern.

Facebook wird deutlich mehr Anteilsscheine ausgeben als ursprünglich geplant. Nachdem das soziale Netzwerk zuerst den Preis für das einzelne Wertpapier angehoben hatte, erhöhte es nun die Anzahl der Aktien auf über 420 Millionen Stück.

Das größte Risiko für Facebook
Früher war mehr Netzwerk: Studenten waren bei StudiVZ, Fußballfans bei wer-kennt-wen und Musiker bei MySpace. Inzwischen sind die meisten zu Facebook umgezogen, das sein Geschäft mit den Daten von mehr als 900 Millionen Nutzern voraussichtlich am Freitag an die Börse bringt. Die Nutzer sind aber nicht nur der Reichtum von Facebook, sondern auch das größte Geschäftsrisiko.

Sie sind nicht bei Facebook, weil dort alles so toll ist, sondern weil ihre meisten Freunde und Bekannten dort sind - dieser "soziale Graph" ist zu einem kritischen Faktor der Internet-Wirtschaft geworden. Sollte der Schwarm einmal abwandern, würde das milliardenschwere Unternehmen in große Nöte geraten.

"Wenn wichtige Leute aus meinem Umfeld sagen, ich bin jetzt bei Google+, dann geht der soziale Graph mit", erklärt der Hamburger Unternehmer und Internet-Experte Christoph Kappes. Eine Zeit lang schien es zum Start im Juni vergangenen Jahres, als könnte der Internet-Gigant den Kontrahenten Facebook nervös machen. Dem Anstieg der Nutzerzahlen bei Facebook hat Google+ aber offensichtlich nicht wesentlich geschadet. Der neue Google-Dienst wird nicht so intensiv genutzt wie Facebook. Auch wenn in den "Kreisen" von Google+ nach jüngsten Firmenangaben 170 Millionen Nutzer registriert sein sollen.

Von solchen Zahlen sind die VZ-Netzwerke weit entfernt. Nach einem stetigen Rückgang sind bei schülerVZ, studiVZ und meinVZ nach jüngsten Firmenangaben noch 4,48 Millionen Nutzer aktiv. Die VZ-Netzwerke sehen sich im Unterschied zu Facebook als nationaler Anbieter. "User, deren Social Graph nicht unbedingt international geprägt ist, halten sich unseren Erkenntnissen zufolge gern auf nationalen Plattformen auf", erklärt Firmensprecherin Sweelin Heuss. Der Markt für Soziale Netzwerke sei offenbar noch in Entwicklung.