Berlin. "Großer Skandal im Islam" steht auf Arabisch unter dem Mohammed-Video im Internetportal YouTube, das in Libyen, Ägypten, im Jemen und dem Iran Angriffe auf US-Vertretungen ausgelöst hat. Fast 1,3 Millionen Menschen haben bis Donnerstagnachmittag auf den Link geklickt - vor allem Kanadier, Ägypter und Tunesier, verrät die YouTube-Statistik. Unter den angemeldeten Nutzern waren die Zuschauer vor allem Männer ab 35 Jahren.

  Seit Juli ist der knapp 14-minütige Trailer online, der den Prophet Mohammed als Mörder, Kinderschänder und Frauenheld verunglimpft. Aber erst seit dem 11. September explodieren die Klickzahlen, als das Video mit den Internetseiten der "New York Times" und der französischen Zeitung "Le Monde" in Verbindung gebracht wurde.

  Hochgeladen hat das Video "sam bacile": Sein Alter gibt er mit 75 Jahren und an, als seinen Wohnsitz die USA. Um den vermeintlichen Regisseur des Films ranken sich Mythen - vermutlich ist er untergetaucht und sein Name ein Pseudonym. Sekündlich kommentieren Zuschauer das Video, viele von ihnen beschimpfen den Macher vor allem auf Englisch oder Arabisch. Inzwischen haben es zahlreiche Nutzer kopiert und ihrerseits hochgeladen.

 Afghanistan sperrt YouTube-Zugang
Aus Angst vor gewalttätigen Demonstrationen gegen einen islamfeindlichen Film hat die afghanische Regierung mit der Sperrung der Zugänge zur Interplattform Youtube begonnen. "Wir haben entschieden, YouTube in Afghanistan zu sperren", sagte der Sprecher des Informationsministeriums, Aimal Marjan, am Donnerstag in Kabul. Die mehr als 40 Internetanbieter des Landes hätten eine entsprechende Anordnung erhalten.

  Ein Beamter des Kultusministeriums, der anonym bleiben wollte, erklärte, die Menschen sollten davon abgehalten werden, einen Film zu sehen, in dem "unser Prophet (Mohammed) entweiht" werde. Gleichzeitig wolle die Regierung auf diese Weise mögliche Proteste verhindern.

Schwere Ausschreitungen  
Der Film, in dem der Prophet Mohammed als Mörder, Kinderschänder und Frauenheld dargestellt wird, hat bereits in mehreren islamischen Ländern zu schweren Ausschreitungen geführt. In Afghanistan sowie in Pakistan und Bangladesch gab es am Donnerstag keine größeren Demonstrationen. Es wird jedoch erwartet, dass es nach den Freitagsgebeten zu Protesten in den muslimisch dominierten Ländern Südasiens kommt.