Berlin. Der islamfeindliche Film "Unschuld der Muslime" hat in den vergangenen Tagen in zahlreichen muslimischen Ländern zu einer Welle der Empörung geführt. Verbreitung findet er auch über das Internet. Die pakistanische und die bangladeschische Regierung sperrten daher den Zugang zu der Videoplattform YouTube. Afghanistan blockiert Youtube im Moment zumindest teilweise, und Russlands Staatsanwaltschaft kündigte an, die Verbreitung des Videos verbieten lassen zu wollen. Der Internetkonzern Google, dem YouTube gehört, will den Film nach eigenen Angaben aber nicht generell sperren.

 
Grundsätzlich konform mit Richtlinien
Nur in Indien, Indonesien, Ägypten, Libyen und Malaysia habe das Unternehmen bisher eine Ausnahme gemacht, erklärte ein Sprecher von Google Deutschland auf Anfrage. Dort verböten Gesetze die Inhalte des Films, oder der Zugriff sei "aufgrund der besonders schwierigen Situation vorübergehend eingeschränkt".

  Grundsätzlich sei das Video aber konform mit den Richtlinien von YouTube, betonte der Sprecher. Auf der Plattform solle sich jeder wohlfühlen, und zugleich müssten unterschiedliche Meinungen geäußert werden können. Natürlich sei der Umgang mit solchem Material nicht immer einfach, "da gewisse Dinge, die in manchen Ländern als angemessen verstanden werden, in anderen Ländern als anstößig gelten".