Google-Chef Eric Schmidt tourt derzeit durch die Welt und positioniert sich dabei als Fürsprecher eines freien, unzensierten Internets. Nach Besuchen in Libyen, Afghanistan, Indien und Nordkorea (Schmidt: "Das letzte wirklich von der Außenwelt abgeschnittene Land der Welt") sprach er nun vor Studenten in Myanmar (Burma) über die Notwendigkeit, der Privatwirtschaft und der freien Meinungsäußerung mehr Raum zu geben. Schmidt forderte die Regierung von Myanmar auf, diese Maßnahmen zu setzen, um die beklagenswerte Infrastruktur des Landes bei der Telekommunikation zu verbessern.

"Versucht, die Regierung aus der Regulation des Internets herauszuhalten", sagte der Chef des amerikanischen Suchmaschinen-Giganten unter dem Applaus des Publikums. "Die Antwort auf negative Rede ist mehr Rede. Mehr Kommunikation. Mehr Stimmen. Ein politischer Führer bekommt so einen viel besseren Eindruck, was die Leute über eine Sache denken."

Schmidt meint, das Internet könne die politische und wirtschaftliche Öffnung des Landes voranbringen. Seine Fürsprache für Meinungsfreiheit ist aber wohl nicht ganz uneigennützig: Google will an vorderster Front mitspielen, wenn es darum geht, "dem Land den Zugang zu Information zu ermöglichen."

In Myanmar macht sich unter dem seit 2010 amtierenden Reformer Thein Sein eine Aufbruchstimmung breit: Investoren ziehen reihenweise in das Land, in dem bisher nur ein Prozent der Bevölkerung Zugang zum Internet hatte und zehn Prozent ein Mobiltelefon besitzen. "Die Regierung muss dem privaten Sektor ermöglichen, die Telekommunikationsinfrastruktur weiter auszubauen", sagte Schmidt.