Wien. (sf) Der Absatz von Tablet-PCs und Smartphones steigt rasant, und damit ändern sich die Einkaufsgewohnheiten. Bestellt wird immer öfter über mobile Endgeräte vom Sofa aus, statt in den Laden zu gehen: "Couch Commerce" heißt dieser Trend. Harald Gutschi, Österreich-Chef des Versandhändlers Otto, rechnet damit, dass Otto in drei Jahren mehr als 80 Prozent seiner Umsätze über Smartphones und Tablets generiert. "Die Bedeutung von mobilen Endgeräten für den Handel ist gewaltig und wird durch preiswerte Geräte weiter steigen", sagte Otto-Vorstandsvorsitzender Hans-Otto Schrader vor Journalisten in Wien.

Zwei Drittel bestellen online Weihnachtsgeschenke

Ihre Weihnachtseinkäufe werden heuer ebenfalls viele Österreicher online erledigen: Zwei Drittel besorgen heuer Geschenke über das Internet, wie eine Umfrage von meinungsraum.at unter 1000 Österreichern im Auftrag des Online-Marktplatzes Ebay ergeben hat.

303 Euro wollen die Österreicher heuer durchschnittlich für insgesamt sechs Geschenke ausgeben, das sind laut der Umfrage 40 Euro mehr als im Vorjahr. Während für Präsente mehr Geld eingeplant wird, wird bei Ausgaben für Dekoration, Essen und Karten gespart: 118 Euro wollen die Befragten dafür ausgeben, 20 Euro weniger als im Vorjahr.

Bei Otto geht das Weihnachtsgeschäft Mitte November so richtig los, im Monat vor Weihnachten wird doppelt so viel Umsatz wie in einem durchschnittlichen Monat gemacht. Verkaufsschlager werden Textilien und Wäsche, Smartphones und Kaffeemaschinen sein, erwartet Gutschi.

Der Versandhändler mit Marken wie Universal, Otto und Quelle sieht sich als Onlinehändler. Derzeit kommen 72 Prozent des Umsatzes über das Internet. Im nächsten Geschäftsjahr, das mit März beginnt, werden es bereits 82 Prozent sein. Der gedruckte Katalog dient vor allem als Inspiration fürs Online-Shopping.

"Die Profitabilität im Internethandel ist derzeit die härteste Nuss", sagt Schrader und betont, dass Otto Gewinne schreibt. Mitbewerber wie der 2008 gegründete Berliner Onlinehändler Zalando schreiben derzeit aufgrund hoher Werbekosten Verluste. Zalando habe mit seiner starken Werbepräsenz Einkaufen im Internet "chic" gemacht, so Schrader.

Zalando und Amazon standen zuletzt wegen den Arbeitsbedingungen in der Kritik. Amazon ist mit einem Umsatz von 318 Millionen Euro der größte Onlinehändler in Österreich, wie eine Erhebung des EHI Retail Institutes und Statista ergeben hat. Dahinter folgt die Otto-Gruppe mit den Marken Universal (93 Millionen Euro) und Otto Versand (63 Millionen Euro). Zalando ist mit 42 Millionen Euro Umsatz auf Platz sechs zu finden.