Wien. (sf) 78 Prozent der Österreicher unter 60 Jahren besitzen ein Smartphone - und immer häufiger surfen sie damit im Internet: Bereits knapp drei Viertel der Smartphone-Besitzer nutzen täglich das mobile Web, weitere 15 Prozent mehrmals pro Woche, wie der "Mobile Communications Report 2013" der Mobile Marketing Association Austria (MMA) ergeben hat. Unterwegs im Internet zu suchen, zu recherchieren, zu vergleichen und Produktbewertungen zu lesen, wird damit alltäglich. "Hierfür müssen noch sehr viele Unternehmen ihre mobile Web-Präsenz verbessern", sagt MMA-Vorstand Harald Winkelhofer. Dementsprechend wird das Jahr 2014 für Unternehmen das "Jahr der mobilen Web-Optimierung", ist die MMA überzeugt.

Ärger über lange Ladezeiten und schlechte Darstellung

44 Prozent der befragten Nutzer stört, wenn die Seite nicht für das Handy optimiert ist und daher nicht optimal auf dem Bildschirm angezeigt wird. Außerdem sind über alle Altersgruppen hinweg viele mobile Internet-Nutzer mit langen Ladezeiten unzufrieden, wie die Befragung von 1000 Österreichern unter 60 Jahren ergeben hat. Bereits 92 Prozent der Befragten haben ein Vertragshandy, die meisten davon mit Datenpaket.

Rund ein Drittel sucht vor einem Kauf via Handy Informationen über ein Produkt. Ausgangspunkt bildet meist die Suche über Google. Dass das Mobiltelefon vorwiegend unterwegs genutzt wird, sei für Unternehmen interessant, um Konsumenten zusätzliche Informationen zu Produkten oder maßgeschneiderte Angebote zukommen zu lassen, so Winkelhofer. (Plumpe) Werbung am Handy wird hingegen mehrheitlich als lästig empfunden.

Mobil werden vor allem Apps und Bücher gekauft

42 Prozent der mobilen Internet-Nutzer haben bereits über das Handy eingekauft. Neben Apps (Applikationen) fürs Smartphone werden vor allem Bücher über das Handy bestellt, dahinter folgen Elektronikartikel, Kleidung und Schuhe sowie Spiele. Bedenken haben die Konsumenten bei der Sicherheit sowie beim Kauf- und Zahlungsprozess. Es brauche noch verstärkt Aufklärungsarbeit und bessere Nutzerführungen, so Winkelhofer.

34,4 Prozent der Onlineshops in Österreich bieten eine für Smartphones optimierte Website oder eine App mit integrierter Shopfunktion an, wie die Studie "E-Commerce-Markt Österreich/Schweiz 2013" von EHI und Statista ergeben hat. Insgesamt gaben die Österreicher im Vorjahr 2,5 Milliarden Euro bei den 250 umsatzstärksten Onlineshops aus, das sind 19 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die zehn umsatzstärksten Händler machten rund 31 Prozent des Umsatzes - an erster Stelle steht Amazon, dahinter folgt mit Abstand Universal Versand.

Handy wird unterwegs, Tablet zuhause genutzt

Datenschutz und Sicherheit sind besonders ein Thema für die Gruppe der "Digital Immigrants", also für jene Personen, die nicht mit dem Handy aufgewachsen sind: Sie nutzen das mobile Internet regelmäßig, aber sehr gezielt und selektiv und wollen sich vom Handy nicht abhängig machen.

Demgegenüber stehen die "Digital Natives", die mit dem Mobiltelefon aufgewachsen sind und für die ein Leben ohne Handy nicht mehr vorstellbar ist. Am intensivsten nutzen die Unter-30-Jährigen die Funktionen des Handys: Neben Telefonieren sind die beliebtesten Anwendungen SMS, die Kamera, der Wecker und der Kalender, zeigt die MMA-Befragung. Die kleinste Gruppe bilden die "Digital Outsiders", die das Internet am Handy selten verwenden und dem mobilen Web skeptisch gegenüberstehen.

Während Smartphones am häufigsten unterwegs genutzt werden, kommen Tablet-PCs vor allem zuhause für den privaten Gebrauch zum Einsatz: 93 Prozent der Tablet-Besitzer verwenden das Gerät in den eigenen vier Wänden. Ingesamt besitzt nicht ganz ein Drittel der Befragten ein Tablet.