Ein Dokument in Ms Word (oben), das in WPS Office (unten) erstellt wurde. Die Formatierungen wurden exakt übernommen.
Ein Dokument in Ms Word (oben), das in WPS Office (unten) erstellt wurde. Die Formatierungen wurden exakt übernommen.

Office-Pakete sind ein Thema seit es PCs gibt. Langfristig durchgesetzt hat sich das Angebot aus dem Haus Microsoft, das freilich nicht unbedingt die beste Lösung darstellt. Aber auch Open Office und Co haben Schwächen. Mit WPS Office existiert jedoch eine hierzulande kaum bekannte Alternative.

Die aus China stammende Software ist nicht nur grundsätzlich kostenlos, sie löst auch die Probleme der Konkurrenz mit dem Datenaustausch. Ms Office  geht nämlich nicht nur recht ungnädig mit Dokumenten anderer Programme um, es kann bisweilen selbst Dokumente von eigenen, etwas älteren Versionen nicht lesen. Wer zwischen Calc oder Writer (Open Office) und Excel oder Word (Ms Office) wechselt, muss sich auf allerlei seltsame Effekte gefasst machen. Vor allem wird das Layout von Dokumenten beim Transfer weitgehend zerstört: Textkästen ändern sich, Bilder werden verschoben, Bildtexte verschwinden etc.


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WPS Office
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WPS (vormals Kingsoft) schafft hingegen, was die Konkurrenz nur verspricht. Die Konvertierung in beide Richtungen funktioniert  reibungslos. Spalten, speziell definierte Rahmen und umflossene Bilder sehen vor und nach der Umwandlung gleich aus. Texte befördert WPS sogar wesentlich besser als das von Microsoft entwickelte Rich Text Format (RTF). Denn auch dieses hat Schwächen beim Erhalten des Layouts und bläst dazu Datein mit Bildern auf das Zigfache ihrer ursprünglichen Größe auf. Mails mit Dateianhängen von 100 MB und mehr werden aber von vielen Unternehmen automatisch blockiert.

Wer mag, speichert seine Arbeiten überhaupt gleich in den Formaten von Word, Excel oder PowerPoint, wobei man noch unter den jeweiligen Versionen wählen kann. Und schließlich kann man Alles direkt als PDF exportieren. Nicht geöffnet werden allerdings die ODT-Datein von Open Office.

Bei der Eingabe und Darstellung nicht-latenischer Texte sind Open Office und WPS gleichermaßen der Lösung aus Redmond überlegen. Arabisch und Hebräisch sind für die Schreibprogramme beider Pakete kein Problem. In MS Office werden Wechsel der Schreibrichtung und die Positionierung diakritischer Zeichen hingegen in diesen Sprachen immer noch mangelhaft unterstützt.

Ein zusätzliches Plus stellt die aufgeräumte Arbeitsoberfläche des WPS Office dar. Einzelne Dokumente erscheinen wie in einem Browser als Tabs. Der Aufruf der einzelnen Funktionen erfolgt wahlweise klassisch über Drop-Down-Menüs oder mit Ribbons, wie sie bei Microsoft seit der Version 2007 zum Einsatz kommen.

WPS Office gibt es für Windows und Linux. Die kostenlose Version deckt einen Großteil der Ansprüche ab. Um 70 Dollar (51 Euro) kann man darüber hinaus eigene Macros erstellen , Serienbriefe verarbeiten und komplexe Werkzeuge für den Import aus Datenbanken nutzen. Wer viel unterwegs ist, kann schließlich kostenlose Versionen für iPhones und Android-Geräte herunterladen.