Aktualisierungen sind aber nur ein Sicherheitsfaktor von vielen, erklärt Limacher. Nutzer sollten auch Malware-Scanner und Web-Filter-Funktionen installiert haben. Gefährlich kann es sein, alle möglichen Zusatzmodule zu installieren, fügt der Sicherheitsexperte hinzu. Er meint Add-ons und Plug-ins, die Erweiterungsprogramme. Da sei Vorsicht geboten, gerade bei den Nutzungsbestimmungen. Die regeln unter anderem, welche Daten für welche Zwecke gesammelt oder weitergegeben werden dürfen. Limacher: "Dem wird häufig bedenkenlos zugestimmt. Und selbst wenn man die Nutzungsbestimmungen bei Erstinstallation gelesen hat, ist man nicht auf der sicheren Seite. Der Hersteller behält sich oft vor, Änderungen an den Bestimmungen anzubringen. Diese werden dann - wenn überhaupt - nur über die jeweilige Webseite publiziert."

Über den Browser kommen nicht nur Viren herein, es gehen auch persönliche Daten hinaus. Jeder hinterlässt digitale Spuren: unter anderem die Seiten, die man anklickt, und wie lange man auf den Seiten verweilt. Limacher drückt es so aus: "Der Browser selbst ist eine Informations-Quelle, auf die nicht nur die Hersteller zugreifen, sondern auch Dritte. Viele der Funktionen, die wir alle aus Komfortgründen schätzen und vielfach nicht mehr missen wollen, fördern die Möglichkeit der Informationssammlung."

Zu den "Helferlein" zählen: automatische Vervollständigung von Eingaben, interaktive Browserbedienung, Spracherkennung, Formularausfüllung, Browser-Cookies, Suchempfehlungen und so weiter. Wer auf ihre Dienste verzichten will, sollte zum Beispiel bei Chrome die Datenschutz-Voreinstellungen überprüfen. Bei "Rechtschreibfehler korrigieren", "Vervollständigung von Suchanfragen und URLs" oder "Nutzungsstatistiken automatisch an Google senden" muss das Häkchen weg. Ansonsten gehen unaufhörlich Daten an Google.

Eine Frage der Prioritäten

Neben den Großen gibt es eine menge von unbekannten Browsern. Für sie spricht allein schon, dass sie seltener von Hackern angegriffen werden. Es gibt auch solche, die den Datenschutz schon implantiert haben. Epic gehört dazu. Sämtliche Trackingversuche, auch die von Drittanbietern, werden blockiert, lautet das Versprechen. Epic gibt bemerkenswerte Einblicke in die Prozesse, die während des Surfens im Hintergrund ablaufen. Öffnet man eine beliebige Seite, erscheint rechts unten auf dem Bildschirm für ein paar Sekunden ein kleines Fenster. In dem sind alle Dienstleister aufgelistet, zumeist solche aus dem Werbebereich, die auf den Rechner zugreifen wollten. Was ihnen Epic aber nicht gestattet hat. Zudem ist bei diesem Browser die Suchhistorie, also die Liste aller zuvor besuchten Seiten, nicht aufrufbar. Eine Adresse muss man bei erneutem Besuch der Seite also neu eingeben. Limacher: "Diese Form der Nutzung bietet einen höheren Schutz der Privatsphäre, hat aber einen negativen Einfluss auf den Komfort. Da muss man abzuwägen, was einem wichtiger ist."