Der australische Künstler Stelarc, der sich seit längerer Zeit mit den Möglichkeiten der Kombination von Mensch und Maschine beschäftigt, wird zur völlig öffentlichen Person. Sein gezüchtetes drittes Ohr am Arm will er nun mit einem Mini-Mikrofon und einem GPS-Sender ausstatten.

Über eine drahtlose Verbindung soll das Ohr ständig mit dem Internet verbunden sein. Internetnutzer könnten ihm dann überall hin folgen und zuhören, sagte Stelarc am Mittwoch dem australischen Sender ABC. "Einen An-Aus-Knopf wird es nicht geben."  Zusätzlich soll ein GPS-Sender in dem Kunst-Körperteil immer seine Position mitteilen. Er werde höchsten mal kurz offline sein, wenn sein heimisches Modem ausgeschaltet oder er nicht innerhalb eines Internet-Hotspots sei, sagte Stelarc. Ansonsten verspricht er: "Der Plan ist, dass das Ohr immer online ist."

Der Anatomie-Künstler experimentiert schon seit Jahren mit der Auflösung der Grenzen zwischen Mensch und Maschine. In einem Versuch hatte er sich einen dritten Roboterarm angebaut und damit geschrieben. Stelarc entwarf ein Exoskelett und ließ sich sogar einmal eine Skulptur in den Magen implantieren. 2010 erhielt Stelarc für sein Ohr-Projekt, and em er seit 2007 arbeitet, im Rahmen der Linzer Ars Electronica eine Goldene Nica in der Kategorie Hybrid Art. Es sei "teilweise aus plastischer Chirurgie und teilweise aus Zellwachstum" entstanden, wie er einem australischen Rundfunksender sagte.