Gerade auch am Beispiel "Big Data" zeigt sich, wie dringend notwendig eine neue Aufklärung und ein neuer Geist im Digitalen wäre: Die Analyse riesiger Datenmengen sollte eigentlich dazu dienen, den Menschen bessere Produkte und Dienstleistungen anbieten zu können oder aber die Welt sicherer und besser zu machen. In der Realität wird eine Konsumblase aus Filtern, personalisierter Information und Kontrolle geschaffen, die der Menschheit in ihrer Gesamtheit genau gar nicht nutzt.

Ein wesentlicher Punkt ist, wie schon erwähnt, das Herstellen von Vertrauen. Die Mittelmänner werden früher oder später überflüssig werden. Und die Gruppe dieser ist derzeit enorm groß. Es handelt sich dabei, um jene Institutionen oder Unternehmen, die am Austausch von Waren, Geld oder Dienstleistungen mitnaschen, aber eigentlich nicht unbedingt notwendig wäre. So etwa klassische Banken. Uber. Amazon. Apple. Notare. Was wäre wenn es eine Möglichkeit gebe, Vertrauen und Sicherheit herzustellen, ohne diese Mittelsmänner?

Die "Blockchain" und ihre Auswirkungen

Die große technologische Revolution in diesem Bereich nennt sich "Blockchain". Diese ist für das Business ebenso disruptiv, wie es das Internet für die Kommunikation war, meinen deren Verfechter. Das Grundprinzip dahinter lautet: Eine Transaktion nach der anderen, wird in Blöcken registriert und diese versiegelt. Jeder Block dockt an den vorherigen an und wird seinerseits mit einer neuen Andockstelle versehen. Keine Transaktion ist im Nachhinein manipulierbar, dafür sind aber alle Vorgänge für alle Beteiligten einsehbar. Wie weit diese Transparenz wirklich geht hängt von der verwendeten Variante der Blockchain-Technologie ab. Die Macht liegt nicht mehr, wie bisher, in einer vertrauenswürdigen Mitte, sondern am Anfang und am Ende der Kette und dies in steter Weiterentwicklung.

Die aktuell bekannteste Nutzungsform der "Blockchain" sind "Bitcoins", jene Crypto-Währung, die immer wieder für Aufsehen sorgt und auch eine stärkere Verbreitung erfährt. Doch geht die Idee weit über Geldtransfer hinaus. An die Stelle der einzelnen, mehr oder weniger, vertrauenswürdigen Stellen, wie Unternehmen oder Regierungen, tritt ein System, indem alle Shareholder ihren Beitrag zum Gesamtvertrauen leisten.Gerade im Internet der Dinge ließen sich so vollkommen neue Möglichkeiten eröffnen, denn langfristig wird jenes System gewinnen, in dem die Dinge am erfolgreichsten kooperieren.

Noch ist es schwer vorstellbar, aber Information ist der Rohstoff der Zukunft. Er wird noch dazu dann immer wertvoller, je öfter man ihn teilt und je mehr Menschen partizipieren können. Dabei ist nicht das elitäre Netzwerkdenken in seiner negativsten Machtausprägung gemeint, sondern eine Inklusion – je differenzierter, offener und aus der eigenen Blase heraus, desto besser. Es muss wieder mehr Menschlichkeit, mehr Vernunft und vor allem mehr Diskurs in das (digitale) Leben. Die Möglichkeiten sind da, man muss nur mutig sein und diese nutzen.