Überraschend war, dass gerade beim IT-Security-Wissen die geringsten Abweichungen zwischen Selbsteinschätzung und tatsächlichem Wissen festgestellt wurden. "Die starke mediale Diskussion dürfte dazu beigetragen haben, dass die tatsächlichen Kenntnisse, etwa zu Themen wie Phishing oder Datenschutz, nicht so schlecht sind", erklärt Bieber.

Dass gerade im Bereich IT-Security die Testergebnisse überdurchschnittlich gut waren, könnte aber auch damit zusammenhängen, dass in diesem Bereich nur Wissen mittels Multiple-Choice-Test abgefragt wurde, aber keine Tätigkeiten betreffend die IT-Security am Computer ausgeführt werden mussten. "Was uns dieser Teilbereich des Tests auch zeigt: Viele Personen haben ein fundiertes theoretisches Wissen. Wenn es aber darum geht, effizient mit dem Computer zu arbeiten, dann fehlt häufig die Kompetenz, das theoretische Wissen am Computer anzuwenden", so Bieber.

Gute Computerausstattung der Haushalte und hohe private Nutzungsintensität
Dass die Testergebnisse mangelhafte Computerkenntnisse zeigen, kann jedenfalls bei den meisten nicht an der Verfügbarkeit von Computern liegen: 66% haben im privaten Haushalt Internet und Desktop-PC oder Notebook und ein weiteres mobiles Endgerät wie zum Beispiel Smartphone oder Tablet.

Die häufigsten Geräte zu Hause sind Notebook (74 Prozent), Smartphone (69 Prozent) und Desktop-PC (63 Prozent). Tablets (31 Prozent) und die internetfähigen Fernsehgeräte ("Smart TV" 18 Prozent) hinken noch etwas hinterher. 66 Prozent der Befragten haben WLAN zu Hause, 39 Prozent mobilen Internetzugang, 32 Prozent fixen Breitband-Internetzugang und 22 Prozent einen anderen fixen Internetzugang. Die gute Ausstattung hängt sicher auch mit der hohen privaten Nutzungsintensität von Computern zusammen: Jeder Vierte verbringt über drei Stunden pro Tag privat am Computer, bei weiteren 54% sind es immerhin ein bis drei Stunden. Zwei Drittel geben an, den Computer täglich privat zu nutzen.

Drei Viertel halten Computerkenntnisse beruflich für sehr wichtig
74 Prozent der Befragten halten Computerkenntnisse für wichtig im Beruf. Dieser Wert deckt sich schlüssig mit zwei weiteren Ergebnissen aus der Studie: 76 Prozent der Befragten arbeiten beruflich mit einem Computer oder einem Notebook. Und 65 Prozent der ÖsterreicherInnen verbringen mindestens 25 Prozent ihrer Arbeitszeit am Computer – 51 Prozent davon sogar mindestens die Hälfte der Arbeitszeit! Beruflich haben übrigens 72 Prozent einen Desktop-PC, 27 Prozent ein Notebook, 14 Prozent ein Smartphone und 4 Prozent einen Tablet-PC. Vor allem Männer und höher Gebildete arbeiten besonders oft mit mobilen Endgeräten.