Das Wiener Unternehmen Meisterlabs hat ein Mind-Map-Tool entwickelt, mit dem Benutzer gemeinsam brainstormen, planen und Ideen visualisieren können. Kunden sind renommierte internationale Unternehmen, aber auch Universitäten, Schulen und der öffentliche Dienst. Dort gibt es zahlreiche Organisationen, die mithilfe von MindMeister die interne Kommunikations- und Planungsarbeit verbessert haben. So wird MindMeister zum Beispiel auch schon in weiter Ferne vom indischen Krankenhaus JIPMER für die Visualisierung von Patienteninformationen während der Visite eingesetzt.

Ein Beispiel, wie im Bereich der öffentlichen Verwaltung mit diesem System gearbeitet wird:

Auf dem Bildschirm an der Wand ist eine Grafik sichtbar, die einem Spinnennetz ähnelt. In der Mitte: ein Projekt-Thema.

Rundherum schreiben jene, die am neuen Projekt unmittelbar arbeiten, alle möglichen Aspekte des Projekts auf. Rechts oben finden sich die wichtigsten Dienstleistungen, rechts unten die betroffenen Bürgergruppen, links oben dafür notwendige Mitarbeiter, links unten Finanzierung und Vertrieb durch Budgetmittel.

Geordnete Gedanken

Das Mind-Mapping-Konzept stammt vom englischen Trainer Tony Buzan. Es handelt sich dabei um eine besondere Art, Gedanken zu ordnen und zu verknüpfen. Buzan kombinierte in den 70er Jahren auf der Suche nach effektiveren Lernmethoden Ansätze aus der Psychologie mit Schnelllese- und Gedächtnistraining-Techniken. Das Resultat war ein visuelles und buntes Diagramm-Format.

"Mind Mapping funktioniert aus einem einfachen Grund sehr gut", erklärt Michael Hollauf, einer der Gründer und Miteigentümer der Wiener Start-up-Firma Meisterlabs, "weil unser Gehirn ganz ähnlich arbeitet: nicht linear, sondern räumlich."

Wenn man etwa bei obigem Beispiel über die Zielgruppen weiter reden möchte, hat man einzelne Themenbereiche schon räumlich abgespeichert und weiß: Sie stehen auf unserer Mind Map rechts unten. Hollauf: "Mind Mapping verknüpft die rechte und die linke Gehirnhälfte, also die logische und die kreative. Das ermöglicht das Strukturieren und Ordnen komplexer Themen." Doch wozu braucht es dann noch eine Software? Reicht es nicht, dass ein Team die kreativen Landkarten gemeinsam auf eine Wandtafel schreibt? Die Software, die die Mind Map in den Computer und ins Web bringt, macht diese viel variabler einsetzbar: Jeder kann sie nach dem gemeinsamen Tüfteln auf dem iPad mit nach Hause nehmen. Sie lässt sich an Kollegen oder Mitarbeiter an anderen Standorte überspielen, gleich ob in einem anderen Wiener Bezirk oder in Kalifornien. Natürlich können schon beim Erstellen solcher Mind Maps virtuelle Teams beteiligt sein - gleichzeitig, selbst wenn sie tausende Kilometern entfernt arbeiten.

Hollauf und sein Partner in der Geschäftsführung, Till Vollmer, waren bei einem früheren Job auf diese Idee gekommen. Sie hatten beide als Telematik-Studenten an der TU Graz bei einem IT-Unternehmen gearbeitet, das Intranet-Lösungen und firmeninterne Netze anbot. "Wir haben als Verkäufer bald ganz große internationale Kunden betreut", erinnert sich Hollauf. "Das waren etwa BMW oder Siemens." Vor zehn Jahren gründeten sie mit Investoren ihre eigene Firma. Meisterlabs war mit seinem Produkt MindMeister erfolgreich, aus dem Start-up wurde ein Unternehmen mit 48 Mitarbeitern in Wien, München und New York, das weiterhin wächst. In den letzten zehn Jahren stieg die weltweite User-Zahl auf über zehn Millionen. "Ein bis zwei Prozent sind zahlende Kunden", erklärt Hollauf. Das hat seiner Firma schon einige Jahre schwarze Zahlen beschert und auch international herzeigbare Kundennamen: MindMeister nutzen etwa die IT-Unternehmen SAP und Oracle, die Mobilfunk-Gruppe Vodafone, der Fernsehsender CNN, die englische Supermarktkette Tesco oder der Unterhaltungskonzern Disney. Die Anwender in diesen Unternehmen kommen aus unterschiedlichsten Bereichen: Management, Entwicklungs- und Forschungsteams, Marketing- oder Rechtsabteilungen.

Auf breites Interesse stößt die Software an höheren Schulen und Universitäten, sowohl in den einfachen Gratis-Versionen als auch in den komplexeren bezahlten. Darunter sind etwa die renommierten US-Unis Stanford und Princeton, die Georgia State University oder die Duke University in North Carolina.