Denkt man an Barrierefreiheit, gerade in Ämtern, dann meint man zumeist Aufzüge, ebenerdige Eingänge oder WCs für Menschen mit Handicap. Abgesehen davon, dass es auch in der realen Welt eine Vielzahl anderer und wichtiger Maßnahmen in diesem Bereich gibt, stellt sich die Frage der Barrierefreiheit auch im Internet und somit auch und gerade beim digitalen Amt. Wie macht man wichtige Ankündigungen, Verlautbarungen, Formulare und den digitalen Amtsweg als Ganzes auf einer Webseite für alle Menschen mit den unterschiedlichsten Bedürfnissen zugänglich?

Denn neben all den großen Chancen und Vorteilen birgt das Informationszeitalter auch die Gefahr, dass sozial benachteiligte Personen und Menschen mit Behinderung von den neuen Medien und Technologien ausgeschlossen werden. Diese "digitale Kluft" ("digital divide") gilt es zu überbrücken und zu vermeiden. So sollen Webinhalte allen Menschen durch die Einhaltung der Leitlinien der Web Accessibility Initiative (WAI) zugänglich gemacht werden.

Die einfachen Lösungen sind Webseiten in mehreren Sprachen, dabei soll der Fokus stets auch auf einer allgemeinen Verständlichkeit liegen, sowie die Möglichkeiten, die Schrift zu vergrößern, und das sogenannte "Responsive Design", das Webinhalte auf jedem Endgerät automatisch richtig formatiert, anzeigt. Gerade in der digitalen Welt sind dermaßen viele Inhalte zu finden, dass man glaubt, jeder Nutzer könnte etwas finden. Doch das stimmt nicht. Viele Inhalte sind für Menschen mit besonderen Bedürfnissen nicht auffind- oder nicht konsumierbar. Untertitel bei Videos etwa oder die Möglichkeit sich Inhalte einer Webseite vorlesen zu lassen. Nicht alle Menschen können Tastaturen oder Touchscreens auch nutzen. Hier verspricht das Thema "Voice Control", die Steuerung über Sprache eine wesentliche Erleichterung. Gregor Kucera