Ach, E-Mail! Wie ist sie nur von einem der ersten Wunder des Internets zu einer Last geworden? Berge von Mails, die abgearbeitet werden wollen, die an immer größere Verteiler kopiert werden, auf deren Missachtung ungeduldige weitere Mails folgen. Von Spam, Phishing und Viren erst gar nicht zu reden.

Ein Ausweg aus der Kategorie "Messaging" ist in Sicht. Messaging sind kurze Textnachrichten, die SMS ablösten, Bilder und Video integrieren und inzwischen tele- und videofonieren können. Längst sind WhatsApp, iMessage oder die als sicherer gepriesenen Cousins Telegraph oder Signal auch in den beruflichen Alltag eingezogen.

Für das konsequente Arbeiten mit Hilfe von Messaging in Organisationen von Feuerwehren, Gemeindeämtern und Sozialdiensten bis zu Firmen hat sich inzwischen "Slack" als Platzhirsch der Messaging-Tools etabliert. Slack (sinngemäß mit "lässig" übersetzbar) macht die laufende Kommunikation zwischen Teams und ihren Mitgliedern einfacher und effizienter:

Einfacher, weil ohne Anrede, ohne Signatur und durch die Kürze der Textnachrichten zielgerichteter.

Effizienter, weil sich Gruppen unterschiedlich bilden können - formal zusammengehörig, an einem Projekt beteiligt, ad hoc aufgrund einer Aufgabe, oder auch zum Small Talk.

Slack überwindet dabei auch die sonst starren Grenze zwischen Innen- und Außenwelt einer Organisation. Das Grundprinzip ist aus WhatsApp bekannt, jedoch ist Slack vielseitiger und konsequent auf Teamarbeit ausgerichtet. Konversationen finden in "Channels", Kanälen, statt - zum Beispiel ein Kanal für Projekt X, einer für Projekt Y, ein allgemeiner Kanal für das Team A, das Team B usw. Kanäle können allgemein zugänglich sein und jedem Teilnehmer erlauben sich einem öffentlichen Channel anzuschließen. Private Channels, zu denen man eingeladen werden muss, ermöglichen Teilnehmern vertrauliche Kommunikation. Und natürlich sind auch direkte, private Textnachrichten zwischen den Benutzern möglich.

Wissensdepot

Mit der Zeit der Benutzung entwickeln sich die einzelnen Kanäle als eine Art Wissensdepot zu den abgebildeten Projekten oder Teams. Dazu gehört, dass jeder seine Einträge auch im Nachhinein - anders als auf WhatsApp & Co. - redigieren kann, um zu aktualisieren oder Fehler zu korrigieren.

Innerhalb der Kanäle werden Konversationen durch "Threads" übersichtlicher: Wenn etwa Lisa eine Frage gestellt hat, die in der Zwischenzeit in der allgemeinen Konversation unterging, kann ein Teilnehmer gezielt auf Lisas Post antworten und so eine Unterhaltung innerhalb der Unterhaltung in Gang bringen.

Wie viele Apps erscheint Slack zu Beginn überfordernd, unübersichtlich, ohne zusätzlichen Nutzen. Das Chaos der Schöpfung lichtet sich in der Benutzung, und ein Slackbot sitzt von Anfang mit als Teilnehmer im jeweiligen "Slack-Space", der von einem Team, einer Organisation, einer Firma eingerichtet wird. So wird das Entdecken neuer Funktionen erleichtert, etwa die Verständigung zu neuen Messages, Dateien, die jemand auf Slack hochgeladen hat, Hilfe bei der "Möblierung" des persönlichen Slack-Raums. Ein wichtiges Feature: die Einbindung anderer Apps, etwa von Cloudspeicher oder die Integration ausgewählter Twitternachrichten.

Slack kann von Einzelpersonen in einer Organisation gestartet werden, die weitere Teilnehmer einladen. Auf diese Art ist es ein Werkzeug, das "von unten" wachsen kann und sich nach den Bedürfnissen der Teilnehmer formt, statt eine zentrale Entscheidung für die gesamte Organisation zu erfordern.

Die Gratisversion ermöglicht herauszufinden, ob Slack als geeignetes Instrument im jeweiligen Umfeld angenommen wird - was eher ein paar Monate als wenige Tage in Anspruch nimmt. Bewährt sich das Instrument und reichen die Gratismöglichkeiten nicht mehr aus, gibt es Zahlversionen ab 7,50 Euro/Monat pro Benutzer. Damit werden unter anderem mehr Speicher und Funktionen wie Videokonferenzen erkauft.

Wichtig vor allem für den Einsatz im öffentlichen Bereich: Slack ist für die europäischen Datenschutzregeln (DSGVO und Datenschutzschild) zertifiziert.