Tschas setzt darauf, dass neue Technologien die Menschen weiter voranbringen. - © BKA/Manuel Gutleb
Tschas setzt darauf, dass neue Technologien die Menschen weiter voranbringen. - © BKA/Manuel Gutleb

"Wiener Zeitung":Herr Tschas, Sie sind Leiter der Digitalisierungsagentur (DIA) und damit beauftragt, Österreich zu einer führenden Digitalnation weiterzuentwickeln. Digital Austria eröffnet mit oesterreich.gv.at den One-­Stop-Shop für Anwendungen, die Bürgern und Unternehmen das Leben und die Interaktion mit staatlichen Einrichtungen leichter machen. Welche Portal-Funktion werden Sie dieses Jahr in Anspruch nehmen?

Andreas Tschas: Die Funktion Ummeldung. Ich ziehe im Juni um und werde meinen Umzug über oesterreich.gv.at organisieren. Wenn man mitten in einem Umzug steckt, hat man vieles um die Ohren, da ist der digitale Amtsweg eine wesentliche Erleichterung. Als junger Vater weiß ich aber auch die Erleichterung zu schätzen, dass man sein neugeborenes Kind einfach melden kann und alle Dokumente unkompliziert zugeschickt bekommt.

Womit beschäftigt sich die DIA, die bei der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) angesiedelt ist, eigentlich konkret?

- © DIA/Helga Auer
© DIA/Helga Auer

Ein zentrales Projekt ist unsere Community Map, um die Akteure aus der Digitalszene virtuell zu verorten und zu vernetzen. Insbesondere KMU wollen wir bei der erfolgreichen digitalen Transformation unterstützen. Wir entwickeln einen Digitalisierungs-Selbst-Check für Unternehmen, ein branchenspezifische KMU-Accelerator Programm und planen DIAlog-Veranstaltungen, die bereits im März beginnen. Zudem schauen wir über die Landesgrenzen und lassen uns von internationalen Best Practices inspirieren.

Sie kennen sicher die "Zurück in die Zukunft"-Trilogie aus den 1980er Jahren mit Michael J. Fox als Marty McFly in der Hauptrolle. Er fliegt in einem Film in einem DeLorean in die Zukunft, ins Jahr 2015. Dort gibt es fliegende Autos, das Hoverboard, Roboter, die mit dem Hund Gassi gehen. Blicken Sie für uns ins Jahr 2025. Was wird dank Digitalisierung Realität sein?

Mir gefällt in diesem Zusammenhang der Spruch "Before it is science it is science fiction". Um bei Hollywood zu bleiben: Der Tricorder von Captain Kirk aus "Star Trek" von 1966 ist mittlerweile durch das Smartphone Realität geworden, in "Total Recall" (1990) sitzt Arnold Schwarzenegger in einem selbstfahrenden Auto, auch die sind mittlerweile Realität geworden. Es gibt viele Beispiele von Zukunftsideen aus Filmen, die bereits in die Realität umgesetzt wurden. Ich kann mir das bei den Ideen aus "Zurück in die Zukunft" gut vorstellen, im Übrigen einer meiner Lieblingsfilme!

Marty McFly verliert in dem eben beschriebenen Film seinen Job. Gekündigt wird er per Fax (!). Die Digitalisierung macht den Mitarbeitern in der Verwaltung mit Sicherheit auch Sorgen. Inwieweit sind diese Sorgen berechtigt?