Isabelle Holzer, Facility-Chefin. - © R. Engel
Isabelle Holzer, Facility-Chefin. - © R. Engel

Isabelle Holzer, Leiterin des technischen Facility Managements im Erste Campus und Jahrgang 1982, sagt, sie könne zwar keine Klimaanlage selbst programmieren, "aber ich kann ein Schema oder einen Schaltplan lesen und verstehen". Sie ist für ihre Aufgabe optimal ausgebildet. Ursprünglich stammt sie aus Gmunden und studierte in Wien technische Mathematik. Das war ihr aber nach ein paar Semestern zu theoretisch und sie sattelte um. Was sie interessierte, wurde in Wien damals nicht angeboten, also übersiedelte sie nach Linz und absolvierte dort an einer HTL ein zweijähriges College für Facility Management. Behandelt wurden dabei Heizung und Kühlung, Sanitär-Installationen, Mess- und Regeltechnik. Die Studierenden mussten eine Mauer aus Ziegelsteinen errichten, an elektrischen Anlagen schrauben und diese einstellen, sogar Schweißen gehörte zu den Pflichtfächern. Zusätzlich waren mehrere Praktika in Unternehmen zu absolvieren.

Facility Manager mit soliden Technik-Kenntnissen sind gefragt, werden oft unmittelbar nach ihrem Abschluss angeworben. Mittlerweile gibt es in Österreich eine ganze Reihe von Ausbildungsmöglichkeiten. So bietet etwa die Fachhochschule Kufstein einen Facility Management Bachelor an, die FH Wien der Wirtschaftskammer einen Studiengang IT-Services & Facility Management, die Donauuniversität ein entsprechendes Master-Programm. Darüber hinaus kann man eine Diplomausbildung beim BFI in Wien absolvieren oder sich beim TÜV zum zertifizierten Facility Manager inklusive Norm- & Prüfmanagement schulen lassen. Diese Ausbildungen werden künftig noch wichtiger, denn die digitale Aufrüstung in Büros ist längst nicht abgeschlossen.

Gefragt, was sie in ihrem Arbeitsbereich in den nächsten Jahren auf sich zukommen sieht, erzählt Holzer von einem Besuch in den Niederlanden. "Wir sind schon sehr modern in unserer Ausstattung, aber die sind klar einen Schritt weiter." Dort liegen kaum mehr Kabel in den Zwischenböden und Decken, das ganze Haus basiert auf WLAN. "Die einzelnen Mitarbeiter steuern die Klimaanlage oder die Beleuchtung an ihrem Arbeitsplatz mit ihrem Handy."