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Der Leiter der Digitalisierungsagentur des Bundes Andreas Tschas äußerte in der Februar-Ausgabe von "Digitale Republik" die Vorstellung, dass Beamte in Zukunft Coaches sein werden, die Menschen den Umgang mit digitalen Techniken beibringen, oder Programmierer von Blockchain-Lösungen. Allgemein absehbar ist heute, dass standardisierte Routineverfahren und Entscheidungsfindungen durch den Einsatz von Big Data und Artificial Intelligence den Arbeitskräften, die dies bisher gemacht haben, völlig oder weitgehend abgenommen werden. Die menschliche Arbeit in Büros wird vorwiegend aus der kritischen Überprüfung maschinell zustande gekommener Ergebnisse, der Lösung komplexer Problemstellungen sowie in sozialen Interaktionen mit Menschen bestehen. Neu aufgenommene Mitarbeiter sollten einem Anforderungsprofil entsprechen, das diesen Entwicklungen Rechnung trägt. Dem zielgruppenanalytischen Modell der Sinus-Milieus folgend, erfordert dies in vielen Bereichen der Verwaltung eine genügende Anzahl von "digitalen Individualisten",
also der erfolgsorientierten Lifestyle-Elite auf der Suche nach unkonventionellen Erfahrungen; von "Performern", somit optimistischen, die Globalisierung begrüßenden Machern auf dem Weg zum beruflichen Erfolg; und von "Postmateriellen", also vielseitig Interessierten mit kritischer Intelligenz auf der Suche nach verantwortungsbewusster Selbstverwirklichung.

Kreativität und Inspiration

Das Modell der Verwaltung als
hierarchisch eng geführte und durch ein feingliedriges Regelwerk gesteuerte Präzisionsmaschine mutet diesen Menschen befremdlich an. Sie binden sich vielmehr nur dann an Organisationen, wenn diese eine inspirierende Sinngebung, klar abgesteckte Entfaltungsräume für Kreativität und kooperatives Arbeiten bieten. Diese Rahmenbedingungen stellen auch ein attraktives Angebot für die Generation Z mit der bei ihr anzutreffenden Gleichzeitigkeit von einerseits Bedürfnis nach Freiräumen und andererseits einer gewissen Orientierungslosigkeit. Hieraus ergibt sich eine Attraktivität von Sinngebung und großzügigen Formen der Strukturierung.

Es genügt nicht, wenn die Verwaltung Milieus durch professionelles Recruiting anspricht. Es zeigt sich bereits jetzt, dass die weitgehende Gleichstellung der Pensionsleistungen im öffentlichen Sektor zu einer höheren Mobilität führt. Es ist - Tendenz steigend - keineswegs gesagt, dass, wenn jemand in den öffentlichen Dienst eintritt, er dort auch längerfristig verbleibt.