Es ist mittlerweile drei Jahre her, dass Oliver Csendes das Ruder bei Pioneers übernommen hat, dem renommierten Wiener Veranstalter von Technologiebranchen-Events. Was ihn dazu motiviert hat? "Es war der Wille, etwas wirklich Bedeutendes zu schaffen, Innovatoren und Startups auf der ganzen Welt zu unterstützen, erfolgreich zu sein." Klingt klar und einfach - ist aber so komplex wie das Leben. Denn im Grunde genommen geht es immer darum, die richtigen Leute zusammenzubringen. Und es liegt nunmal in der Natur von Pionieren, dass sie Neues machen und deshalb noch unbekannt sind.

Das Pioneers-Team umfasste vor drei Jahren 25 Personen, mittlerweile ist es auf 40 aus 17 Nationen angewachsen. Das Kernteam sitzt im Talent Garden, einem
Coworking Space im 9. Wiener Gemeindebezirk.

Eines der Erfolgsmerkmale der Pioneers-Veranstaltungen war von Anfang an eine strenge Auswahl: Die Zahl der teilnehmenden Startups ist auf ein gesundes Maß limitiert. Und das hat einen guten Grund, verrät Oliver Csendes: "Wir wollen eine Situation erzeugen, in der echte Beziehungen geknüpft werden. Wir geben Startups eine Bühne und damit die Möglichkeit, Beziehungen zu relevanten Stakeholdern, Investoren und Entscheidungsträgern großer Organisationen zu knüpfen."

- © Sebastian Kreuzberger
© Sebastian Kreuzberger

Pioneers verwaltet mehrere tausend Startup-Profile, aus denen jährlich eine abgewogene Auswahl getroffen wird. "Wir nehmen aber auch Kontakt auf zu Business Angels und anderen Investoren, zu Coworking-Spaces, zu Inkubatoren, die Interesse haben, dass ‚ihre‘ Startups bei Pioneers Sichtbarkeit bekommen und so mit anderen wichtigen Stakeholdern zusammenkommen."

Aktive Vernetzung

Geschäftsbeziehungen, die bei einem Event wie GovTech.Pioneers ihren Anfang nehmen, müssen sich in den Wochen und Monaten danach erst zu einer echten Zusammenarbeit entwickeln. Das ist nicht immer ein leichter Prozess - Pioneers orchestriert deshalb nach Bedarf auch die Kommunikation zwischen Startups, größeren Unternehmen oder Verwaltungsbehörden. Csendes: "Es hat sich in den letzten Jahren gezeigt, dass die kulturellen Unterschiede zwischen Startups und größeren Organisationen so massiv sein können, dass die Zusammenarbeit schon recht früh scheitert. Wir helfen den Beteiligten dann beim notwendigen Mindset-Shift, der übrigens von beiden Seiten erfolgen muss."

Unterstützung, Erfolg, Lösung - Oliver Csendes’ Sprache ist geprägt von produktiven, positiven Signalwörtern. Digitale Technik ist für ihn kein Selbstzweck, sondern muss immer im Hier und Jetzt das Leben der Menschen ein Stück weit besser machen. "Wir wollen keine Ideen auf der Suche nach einem Problem. Solche Fälle gibt es leider gerade in unserer Branche sehr oft. Wir alle sehen tagtäglich digitale Produkte oder Apps, wo wir uns fragen: Wozu soll das gut sein?"