Wie aber verhält es sich mit dem Datenschutz bei Datensammlungen? Die Gesundheitsökonomin Maria Hofmarcher-
Holzhacker plädiert auf supranationale Standards in Form EU-weiter Regeln. Datenkraken wie Google bräuchten die Union als regulatorisches Gegenüber.

Europäische Innovationen
und Regeln gegen Datenkraken

Bachinger sieht es als Aufgabe des öffentlichen Gesundheitswesens, Innovationen anzustoßen. Denn sonst verschenken die Menschen ihre Daten freiwillig -
etwa an private Gesundheitsapps. Hofmarcher-Holzhacker sieht hier Politik und Ärzte gefordert. Einerseits müsste ein Investitionsfonds eingerichtet werden, aus dem die Digitalisierung bei Ärzten und
Patienten, etwa durch qualitätsgesicherte Apps, finanziert werden könnte. Für Hofmarcher-
Holzhacker ist klar, dass es eine IT-Honorarposition für die Ärzte geben muss. Andererseits sieht sie die Mediziner selbst in der Pflicht: "Natürlich ist es ein Aufwand, aber es kann auch nicht sein, dass ein Arzt nicht digital mit seinen Patienten kommunizieren will." Die Ökonomin würde sogar die Vergabe von Kassenverträgen an die Bereitschaft zu digitaler Kommunikation knüpfen.

Der eingangs erwähnte amerikanische Arzt war dazu offenbar mehr als bereit. Das Spital hat sich später bei der Familie des Patienten entschuldigt. Normalerweise sei bei telemedizinischen Gesprächen zumindest Pflegepersonal physisch anwesend, hieß es. Denn eine Medizin ohne den direkten, empathischen Kontakt bleibt schwer vorstellbar.