Klagenfurt. Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) ortet in Österreich Aufholbedarf in Sachen Digitalisierung. Wie Schramböck, die auch für Digitalisierung zuständig ist, am Montag in Klagenfurt vor Journalisten sagte, stehen 100 Millionen Euro zur Verfügung, um dem Rechnung zu tragen, vor allem in den drei Bereichen Verwaltung, Wirtschaft (mit Fokus auf Klein- und Mittelbetriebe) und digitale Kompetenz.

Ein besonderes Augenmerk möchte man auf die Lehre legen. Mit der Lehrausbildung hierzulande unterscheide sich Österreich klar von anderen europäischen Ländern, nun mache man sich daran, die einzelnen Lehrberufe zu überarbeiten: "Jede Lehrausbildung braucht digitale Inhalte", sagte Schramböck. So sei der Lehrberuf des Dachdeckers seit dem Jahr 1973 nicht mehr überarbeitet worden, einfließen könnte nun etwa die Sensorik auf dem Dach. Ebenfalls überarbeitet wird der Lehrberuf des Hochbauspezialisten, neu hinzu kommen auch Berufe, wie der des Nah- und Distributionslogistikers und des Fahrradmechatronikers. In Sachen Lehre sei es auch eine große Herausforderung, die rund 10.000 jüngeren Asylberechtigten in Österreich zu beschäftigen und dass Betriebe auch die Tore für die rund 8.000 Lehrlinge in überbetrieblicher Ausbildung öffneten, etwa indem sie Praktika anböten.

Sowohl für die breite Masse, als auch für Betriebe sieht Schramböck mehrere Maßnahmen vor. So soll es etwa eine österreichweite Digital-Tour mit 45 Stationen geben. Am 22. Oktober sollen erstmals mehr als 1.000 Unternehmen im Rahmen des "Digital Austria Days" ihre Türen öffnen und präsentieren, in welcher Form sie digital arbeiten. Weiters soll es spezielle Digital-Bootcamps geben, die maßgeschneidert für Klein- und Mittelbetriebe sein sollen. Und als Maßnahme für alle Generationen lobte Schramböck "Digital-Cafes" und sogenannte Self-Checks, mit denen man überprüfen kann, wie gut man für die digitale Zukunft gerüstet ist.

Dass es auch in der Kärntner Wirtschaft in Sachen Digitalisierung Aufholbedarf gebe, sagte der Kärntner Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Mandl - das beginne bei der eigenen Homepage und führe bis hin zur Frage, wie man digitale Technologien zur Kundengewinnung nutzen könne. Man müsse hier für "Ausbildung, Bewusstsein und Begeisterung" sorgen. Timo Springer, der Präsident der Industriellenvereinigung Kärnten, sagte, in Kärnten habe man einige gute Ansatzpunkte, was die Digitalisierung angehe - er wünsche sich aber eine "echte Digitalisierungsstrategie" und einen Breitband-Kataster.(apa)