Die besten Ideen entstehen aus eigenen Bedürfnissen. Das sagen jedenfalls die Gründer der App "Schoolfox", Stefan Siegl, David Schalkhammer und Julian Breitenecker. Sie kämpften gegen das Papierchaos in der Kommunikation mit den Pädagogen ihrer Volksschulkinder. Vollgeklebte Mitteilungshefte, verlorene Infozettel und Probleme bei der Terminabstimmung mit dem anderen Elternteil führten dazu, dass die Gründer - wie viele andere Erziehungsberechtigte auch - immer wieder den Überblick verloren.

Im Mai 2015 kam die rettende Idee: Ein digitales Mitteilungsheft. Gemeinsam mit den künftigen Nutzern, also Eltern und Lehrern, wurde die App "Schoolfox" entwickelt, über die Mitteilungen zwischen Eltern und Lehrern verschickt werden können. An die Nachrichten können Fotos oder Dokumente angehängt werden. Eltern können den Empfang bestätigen, sodass der Lehrer sofort sieht, wer bereits informiert ist. Weitere Vorteile der App gegenüber dem klassischen Mitteilungsheft: Kurzfristige Änderungen im Stundenplan oder die aktuellen Hausaufgaben können mitgeteilt, Termine und Abwesenheiten verwaltet werden.

Keine Sprachbarriere mehr

Außerdem erfüllt "Schoolfox" laut den Gründern eine gesellschaftspolitische Aufgabe: Die Nutzer können sich die Nachrichten in mehr als 40 Sprachen übersetzen lassen, sodass Eltern mit schlechten Deutschkenntnissen besser als bisher mit den Lehrern ihrer Kinder kommunizieren können.

Wie bei allen Kommunikationsapps lautet auch bei "Schoolfox" die Gretchenfrage: Wie halten Sie es mit dem Datenschutz? Dieser sei ein zentrales Thema, betont Mitgründer David Schalkhammer. Anders als klassische Kommunikationstools finanziere sich das digitale Mitteilungsheft nicht durch Werbung oder den Gebrauch privater Daten. Damit die Nutzung der App mit der Datenschutz-Grundverordnung konform geht, wurden Datenverarbeitungsverträge mit Bildungsministerium, Ländern und Schulen geschlossen. Die Vernetzung zwischen Eltern, Pädagogen und Schülern wird mit Einladungscodes hergestellt - es müssen also keine privaten Daten ausgetauscht werden.

Einfach war es dennoch nicht, die Schulgemeinschaften von den Vorteilen der digitalen Kommunikation zu überzeugen, so Schalkhammer. Für viele Schulen sei der Umstieg auf das digitale Mitteilungsheft ein Paradigmenwechsel gewesen: "Wir haben uns wie Missionare gefühlt." Schlüssel für die erfolgreiche Einführung der App seien engagierte Lehrer gewesen, die "Schoolfox" einfach im Alltag einsetzten.

Unterstützung bekamen die Gründer über das Förderprogramm "Start-up Campus" von A1. Als Teilnehmer wurden "Schoolfox" neben Büroräumlichkeiten, IT-Infrastruktur und der sicheren A1- Cloud-Plattform Exoscale auch Beratungsleistungen zur Verfügung gestellt. Dadurch konnte der Vertrieb angekurbelt werden - erst vor kurzem erhielt "Schoolfox" den Zuschlag des Landes Niederösterreich, das die App für alle rund 1000 Pflichtschulen angekauft hat. A1 bietet die App auch speziell Schulverwaltungen und Kommunen an.

"Schoolfox" an 3000 Schulen

Insgesamt wird die Plattform von 3000 Schulen in Österreich, Deutschland und der Schweiz genutzt. Neben der geografischen Expansion wird die App laufend um neue Funktionen erweitert - seit Kurzem ist etwa die Organisation von Sprechtagen möglich. Es scheint, als hätten die Gründer mit ihrer Idee tatsächlich einen Nerv getroffen.