Die Mozartkugel gehört zu den berühmtesten heimischen Erzeugnissen und wird in mehr als 50 Länder exportiert. - © apa/Gindl
Die Mozartkugel gehört zu den berühmtesten heimischen Erzeugnissen und wird in mehr als 50 Länder exportiert. - © apa/Gindl

Wien. (dg) Heimische Firmen haben 2018 deutlich mehr exportiert als im Jahr davor. In Geld gerechnet betrugen die Ausfuhren 150 Milliarden Euro. Das ist ein Plus von 5,7 Prozent. "Trotz schwieriger geopolitischer Voraussetzungen sind die Aussichten rosig", sagte der Präsident der Wirtschaftskammer (WKO), Harald Mahrer, beim Exporttag der WKO am Montag. Für 2020 habe man sich ein Exportvolumen von 160 Milliarden Euro vorgenommen. Für das laufende Jahr erwarte man ein Volumen von 150 bis 155 Milliarden Euro.

Acht der zehn wichtigsten Abnehmerländer im Vorjahr für heimische Firmen sind EU-Staaten, allen voran Deutschland. Dorthin exportierten Betriebe Güter und Dienstleistungen im Wert von 11,5 Milliarden Euro. Deutschland ist auch zentral für die heimische Zulieferindustrie. Dahinter folgen die USA und Italien mit 2,6 beziehungsweise 2,5 Milliarden Euro. China rangiert mit einem Exportvolumen von zirka einer Milliarde Euro hinter Polen und Großbritannien.

Es gab aber auch Veränderungen im Ranking: Frankreich (knapp 2,2 Milliarden Euro) überholte die Schweiz (1,9 Milliarden) und lag damit an vierter Stelle; Ungarn (gut 1,4 Milliarden) überrundete Tschechien (knapp 1,4 Milliarden) und rangierte auf Platz sechs.

Fokus auf neue Märkte

Neben den Top Ten gelten Südostasien und Afrika langfristig als interessante Zielmärkte. Auf dem afrikanischen Kontinent ist die Außenwirtschaftsorganisation der WKO an sechs Standorten vertreten. Daneben sei in Asien erst vor kurzem ein Büro in Vietnam eröffnet worden, so Mahrer.

Genaue Vorhersagen über die Entwicklung der heimischen Exporte sind derzeit ob der wieder abgeflachten Konjunktur und wegen einer Reihe geopolitischer Unsicherheitsfaktoren schwierig. So ist noch schwer abzuschätzen, ob und welche Auswirkungen der Brexit auf die heimische Wirtschaft haben wird.

Und auch der Handelsstreit zwischen den USA und China sowie der Konflikt zwischen den USA und dem Iran sorgen auf den internationalen Märkten für Unsicherheit und Zurückhaltung. "Keine Frage, alle Exporte sind von den geopolitischen Wirren betroffen, wir wollen bewusst neue Märkte erobern und neue Zielregionen erschließen - vor allem in Südostasien - und Afrika "als Langfristinvestment", erklärte der Chef der Wirtschaftskammer.

Im Rahmen der 2003 gestarteten Initiative "go international" haben Wirtschaftsministerin Elisabeth Udolf-Strobl und Mahrer einen Fördervertrag im Umfang von 25,6 Millionen Euro bis 2021 unterschrieben.

Mit dem Geld werden heimische Betriebe bei ihren Exporttätigkeiten unterstützt. Seit Bestehen der Förderung seien rund 35.000 Unternehmen bei ihrer Internationalisierung mit Messen und Branchen-Events unterstützt worden. "Die Neuauflage des Programms startet jetzt - das alte ist ja bereits ausgelaufen", so Udolf-Strobl. Von April 2015 bis April 2019 standen 56 Millionen Euro zur Verfügung.