Ein ganz normaler Morgen in Wien. Oder in einer anderen Großstadt. Um acht Uhr beginnen alle Schulen, kurz davor staut es sich rundherum, sind die öffentlichen Verkehrsmittel überfüllt, die Müllabfuhr ist auch unterwegs. Dann passiert noch ein Unfall. Aber die Rettung steckt genauso im Stau fest. So weit, so gewöhnlich. Dem könnte bald Abhilfe geschaffen werden - jedenfalls, wenn Technik zum Einsatz kommt, die auf der fünften Mobilfunkgeneration 5G beruht. Das superschnelle Mobilfunknetz könnte künftig eine Vielzahl von Daten zusammenführen, diverse Lösungsszenarien koordinieren und so den allmorgendlichen Stau entschärfen.

Vermessung der Welt

Ein Verkehrsleitsystem auf Basis von 5G wäre fähig, auf die jeweilige Situation zu reagieren: Sensoren und Kameras würden erfassen, wo ein Stau entsteht, mit diesen Daten könnten Ausweichrouten erstellt und der Verkehr umgeleitet werden. Bei den stets gleich ablaufenden Staus kurz vor acht Uhr rund um die Schulen würde eine Software diese Szenarios analysieren und der Gemeinde womöglich vorschlagen, jede zweite Schule eine halbe Stunde später beginnen zu lassen.

Auf ähnliche Weise könnten der städtischen Müllabfuhr zu Stoßzeiten alternative Routen vorgeschlagen werden, die sich weniger fatal auf den Verkehrsfluss auswirken. Wenn zudem alle Container mit Sensoren ausgestattet wären, könnte die Müllabfuhr gezielt nur noch jene Container anfahren, die tatsächlich voll sind. Die Routen ließen sich optimieren, Benzin und Personal sparen.

Rund um einen Unfall würde der Verkehr umgeleitet, die Verkehrsteilnehmer würden informiert, dass sie für die Rettung Platz machen sollen. Diese käme dann schneller an ihr Ziel, um so womöglich Leben zu retten.

Das Zusammenspiel aus der Erfassung einer unglaublichen Fülle an Daten, ihrer blitzschnellen Übertragung und ihrer rasanten Verarbeitung ist es, was 5G spannend macht.

Wo ist der nächste Parkplatz?

"Etwa ein Drittel des Verkehrs in europäischen Innenstädten wird durch die Parkplatzsuche verursacht", weiß Lev Ratner, Pressesprecher bei Magenta Österreich. "Das könnte mit einer 5G-Lösung entschärft werden."

Driton Emini, Abteilungsleiter Next Generation Networks & IoT beim Magenta-Konzern, beschreibt derzeit getestete Möglichkeiten: "Bei der Parkplatzsuche gibt es bereits Sensoren in Garagen, die mit Lichtsignalen anzeigen, wo Plätze frei sind. Diese könnten künftig in der ganzen Stadt angebracht und mit dem Auto-Navi vernetzt werden. Fährt man in die entsprechende Gegend, wird angezeigt, wo ein Parkplatz frei ist. Dann kann man diesen gleich online reservieren und bezahlen."