Wien. Für den neunjährigen János ist es derzeit "das coolste Spiel der Welt". Kaum hat er das gesagt, ist er für die nächsten 20 Minuten von seiner Spielkonsole "Nintendo Switch" mit dem neuen "Pokémon: Let’s Go, Pikachu!" nicht mehr zu trennen. Aber dann gibt es zum "Cool"-Superlativ doch noch eine vorsichtige Einschränkung: "Bis jetzt zumindest ist es also das Coolste."

Denn, dass den Spieleentwicklern immer noch mehr und mehr einfallen wird, weiß man ja schließlich schon als Kind. Der 22-jährige Babysitter Fabio, ein ernst zu nehmender junger Student der Sozialwissenschaften, hängt gemeinsam mit János ebenfalls begeistert am Bildschirm. "Ich mag das Spiel so, weil es mich an meine Jugend erinnert; an den Gameboy und die Pokémon-Rubin-Edition".

"Es gab nur
zwei Knöpfe"

Genau auf diese Nostalgie setzt das Spiel auch: Wie in den ersten Pokémon-Editionen geht es darum, Pokémon zu fangen und zu trainieren. Anschließend können sie gegen andere Spieler im Kampf eingesetzt werden.

Damals sei alles noch zweidimensional gewesen, erinnert sich Fabio. "Es gab nur zwei Knöpfe und ein Steuerkreuz. Jetzt gibt es lauter Wesen im Spiel, die es schon damals gab. Aber die können viel mehr als früher."

Fabio ist vor allem von der neuen Grafik begeistert: "Das ist sehr schön gemacht. Jetzt ist alles für mich einerseits neu und dennoch ein ,back to the roots‘." Ein zeitloser Klassiker sei hier gut weitergeführt worden, meint er.

Was den 22-Jährigen und seinen neunjährigen Schützling gemeinsam begeistert, fasst János so zusammen: "Es ist einfach toll, wie man die Wesen des Spiels trainieren und entwickeln kann." Beide finden es schön, dass die Pokémons "gezielter herumlaufen" und man auf die einzelnen Figuren mit der Steuerung "gut zugehen" könne. Fabio gefällt, dass es "weniger Überfälle" aus dem Hinterhalt als früher gebe und man Kämpfen mit einzelnen Wesen im Spiel auch "aus dem Weg gehen könne". Ihn stören die Abweichungen von den aus der Pokémon-TV-Serie bekannten Figuren kaum.

"Mauzi kann
nicht sprechen"

János hingegen bekrittelt genau diese Unterschiede. Abweichungen zum Fernsehen werden von ihm als kleinen Spiele-Perfektionisten nicht so gerne gesehen. So kann zum Beispiel "Mauzi vom Team Rocket nicht sprechen".

Schließlich weiß der Neunmalklug fast alles über die Pokémons und beschämt damit sofort seinen unwissenden Vater (63): "Weißt Du denn überhaupt, woher die Pokémons ihren Namen haben?". Das hat mich noch niemand gefragt, denke ich mir, und bin auf wienerisch "Schmäh-stad".

Sofort werde ich von meinem altklugen Sohn belehrt: "Das ist ein spanischer Ausdruck und kommt eigentlich aus dem Englischen von Pocket Monster." Na, da habe ich wieder etwas dazu gelernt! Pokémon kann also auf diese Weise sogar generationsübergreifend Bildungseffekte vermitteln.

Das Spielmuster wurde der "Wiener Zeitung" vom Hersteller zur Verfügung gestellt. "Pokémon: Let’s Go, Pikachu!" ist für die Spielekonsole Nintendo Switch erschienen.