Als Cosplayerin müsse man öfter einmal "um die Ecke denken" und "Notlösungen" finden. Man komme an den Punkt, wo man sich frage: "Kann ich diese Schwimmnudel als Axt einsetzen?", sagt Doris schmunzelnd.

Mittlerweile hat Doris Rastinger, die unter ihrem Künstler-Pseudonym "Shizca Cosplay" auftritt, 1500 Facebook-Fans erreicht. In ihrer bisherigen Cosplay-Laufbahn hat sie zwölf Cosplays, also Verkleidungen, kreiert. Ihr Aushängeschild - der Diablo-Barbar - ist eines der aufwendigeren Kostüme. Dafür hat sie vier Jahre und 600 Arbeitsstunden gebraucht. Und das bei einem Budget von 200 Euro.

Doch die Kostüme brauchen ständige Wartung. "Natürlich gehen Sachen auch immer wieder kaputt. Das gehört dazu", sagt Doris. Auch ihre Eltern sind fasziniert. Die Mutter verkleide sich sehr gerne, strahlt Doris, weswegen "wir gemeinsam ein Wickie und Halvar Kostüm gemacht haben". Mama begleite sie auch zu zahlreichen Veranstaltungen. Vor allem die kleineren haben es ihr angetan, denn dort sei die Atmosphäre "unglaublich freundlich".

Problemfeld Sexismus

Rastinger hat bereits an speziellen Fotoshootings teilgenommen. Diese finden an Orten statt, "die sich dafür besonders eignen - also mit Ruinen oder schönen Bauwerken, da gibt’s einige in Europa." Doch auch mit negativen Erfahrungen sei man als Cosplayerin konfrontiert - insbesondere auf größeren Messen wie der Kölner Gamescom.

Sexistische Kommentare und ungefragtes Fotografieren trüben die Erfahrung. Daher versuchen die Veranstalter mittlerweile, auch aktiv die Besucher zu erziehen, beispielsweise mit Aufdrucken auf ihren Tickets: "Cosplay is not Consent."

Am Ende des Tages sieht Doris Cosplay allerdings vor allem als eines: ein "Ausgleich zum Job". Und das ist etwas, was sie auch anderen empfiehlt: "Ich möchte Menschen motivieren und inspirieren, indem ich ungewöhnliche Sachen mit Cosplay mache oder neue Aspekte suche", sagt sie. Überzeugen kann man sich davon auf der kommenden Wiener Comic Convention im Oktober. Mit welchem Kostüm sie dort auftreten wird, lässt Rastinger noch offen.