Testen auf der Gamescom.  - © Kölnmesse
Testen auf der Gamescom.  - © Kölnmesse

Köln. 210.000 Quadratmeter Fläche und hunderttausende Besucher aus aller Herren Länder: Die Kölner Gamescom  ist - gemessen an Ausstellungsgröße und Gästezahl - die größte Videospielmesse der Welt. Von Sportsimulationen über Manga-Spiele bis hin zu den großen Shootern bietet sich eine enorme Auswahl. Die "Wiener Zeitung" hat einige der großen Titel anspielen können.

Für den größten Rummel haben die Fußballsimulationen "Fifa 20" und "Pro Evolution Soccer 2020" (PES) gesorgt. Man hat den Eindruck, dass bei den ewigen Konkurrenten kein Stein auf dem anderen geblieben ist.

Es fällt auf, dass beide Spiele langsamer geworden sind - und zwar beträchtlich. Das sorgt für ein realistischeres Spielgefühl, zumal auch Pässe und Schüsse aus unmöglichen Positionen reduziert werden. Publisher Konami hat sich für PES sogar extra mit Ex-Barcelona-Star Andrés Iniesta zusammengesetzt, um Ball- und Spielerverhalten bestmöglich anzupassen. Bei beiden Simulationen wird jedenfalls einiges an Umgewöhnung für eingefleischte Spieler von Nöten sein.

Großer Coup mit Straßenfußball

Den großen Coup hat aber "Fifa"-Publisher Electronic Arts mit dem "Volta"-Modus gelandet. Hier spielt man Straßenfußball. Während im großen Elf-gegen-Elf-Spie Dribblings umso unnützer werden, je besser man spielt, wird hier bei maximal Fünf-gegen-Fünf-Spielen in Käfig oder Halle das Tricksen großgeschrieben. Volta übernimmt auch den Geschichtsmodus, der in "Fifa 19" noch unter "The Journey" lief. Der ist zwar nicht besonders originell (Straßenkind spielt sich ganz nach oben), sorgt aber dennoch für Spaß und Spannung, wenn es darum geht, mit seiner Mannschaft zum großen Turnier in Argentinien eingeladen zu werden. Zusätzlich können Aussehen und Kleidung des Spielers angepasst werden.

Im üblichen Kampf um die Originalfußballlizenzen bleiben einander EA und Konami nichts schuldig. Zuerst verkündete PES, die Lizenzen für den Klub Juventus Turin ergattert zu haben, der noch letztes Jahr exklusiv bei Fifa unter Vertrag stand. Dann konterte Fifa und sicherte sich die Rechte an Liverpool, das PES’ Aushängeschild war. Fifa wiederum besticht durch die Champions League, PES verkündete auf der Gamescom, der Partner der Euro 2020 zu sein. Besitzer des Spiels erhalten nächstes Jahr das Turnier gratis zum Download.

Wem dieser Kampf nützt und wer letztlich die Nase vorn haben wird, ist schwer abzuschätzen, die Spieler, die bei beiden Spielen Lizenzabstriche hinnehmen müssen, werden es nicht sein. PES erscheint am 10. September und Fifa am 27. und wird im Gegensatz zu PES auch für die Nintendo Switch erhältlich sein.