Weniger verbreitet ist in Österreich Rugby. Dabei steht die WM vor der Tür (20. September), die nach Olympia und Fußball-WM das größte Sport-Event der Welt ist. Der französische Publisher Bigben Interactive hat daher nach einem Jahr Pause wieder eine Rugbysimulation herausgebracht. Bei einem Bruchteil des Budgets von PES oder Fifa ist dabei mit "Rugby 20" eine beträchtlich gute Sportsimulation gelungen, die mit einer ausgezeichneten Feinjustierung von Spielzügen punktet. Anekdotisch ist dabei, dass man das Spiel schon im September in der Beta-, also Testversion, kaufen kann und erst im Jänner die Vollversion erhält. Offenbar ist man mit dem Spiel nicht rechtzeitig zur WM fertig geworden.

Geschwindigkeitsbremse auch bei Shooter

Ebenfalls die neue Langsamkeit für sich entdeckt hat der Shooter "Call of Duty: Modern Warfare". Beim Studio Infinity Ward hat man sich offenbar dazu entschlossen, Vorteile anderer Spiele zu integrieren. Da wäre etwa das Um-die-Ecke-Lugen, wie bei "Rainbow Six", oder die großen Spielareale, auch wenn man sie nicht an jene von "Battlefield" heranreichen. Zudem verkündet man stolz, das Spiel mit Mitgliedern der US-Einheit Navy-Seals entwickelt zu haben. Für zusätzliche Langsamkeit gegenüber den Vorgängern und für nötiges Taktikverständnis sorgt der Verzicht auf ein Minimap, die bisher dem Team bei Feindkontakt den Gegner angezeigt hat.

Zudem lassen sich Türen öffnen und schließen, was die euphemistisch genannten Positionsspieler freuen wird. Erscheinungsdatum ist der 25. Oktober.

Früher, nämlich schon am 4. Oktober, erscheint der zweite große Shooter "Tom Clancy’s Ghost Recon Breakpoint". Im Kern ist es ein Kooperationsspiel, bei dem man mit anderen Mitspielern gemeinsam in eine Geschichte gebettete Aufträge gegen von der Künstlichen Intelligenz gesteuerte Gegner erledigt. Es gibt allerdings auch einen Modus, in dem man gegen andere physische Spieler antritt, und zwar im Battle-Royal-Stil, bei dem das Spielfeld permanent kleiner wird. "Breakpoint" spielt sich angenehm leicht wie der Vorgänger "Wildlands".

Wieder einmal nicht anspielbar waren die seit Jahren herumgeisternden, meisterwarteten Spiele "Cyberpunk 2077" und "Death Stranding". Immerhin verrieten die auf der Gamescom gezeigten Vorführungen wieder ein bisschen mehr darüber, was die Spieler erwartet. Bei "Cyberpunk" wird man die Hintergrundgeschichte des Hauptcharakters einstellen können. Abhängig davon, ob man etwa in der schäbigen Straßenwelt oder der glitzernden Welt der großen Firmen aufgewachsen ist, ergeben sich im Laufe des Spiels unterschiedliche Optionen. Charakterklassen wird es offenbar nicht geben, dafür wird die Spielfigur bei Spielfortschritt in Stärke, Intelligenz, Reflexe, Technik und Charme weiterentwickelt. Dazu kommen gewaltige Fähigkeitsbäume.

Wenn "Death Stranding" am 8. November wie geplant erscheinen sollte, wird es nicht einen Tag zu früh sein. Die Grafik etwa ist nach wie vor sehr gut, war aber zur Zeit der Entwicklung der höchste Standard. Allerdings haben andere Titel inzwischen schon dorthin aufgeschlossen. Bei der Trailer-Präsentation auf der Gamescom wirkten einzelne Sequenzen unfreiwillig komisch, was befürchten lässt, dass zumindest einige Dialoge trotz guter Geschichte und Schauspielern eher seicht sein könnten.

Letztlich nur für die Switch erhältlich, aber ein absoluter Publikumshit war auf der Gamescom "The Legend of Zelda: Link’s Awakening". Die Neuauflage der putzigen Schiffsbruchsaga von 1993 wird noch 2019 erscheinen.