Für Spieler mit geringer Frustrationsschwelle, die trotzdem unbedingt "Final Fantasy" spielen möchten, gibt es aber Lichtblicke.

Mit "Cheats" das
Spielprinzip aushebeln

Wie bei der Online-Veröffentlichung des PS-Originals von "Final Fantasy 7" kommt auch "Final Fantasy 8" mit drei Funktionen, die als Spielhilfe gedacht sind. Beispielsweise laufen Kämpfe auf Knopfdruck dreimal schneller ab oder können Zufallskämpfe komplett ausgeschalten werden. Das erleichtert und beschleunigt das Trainieren und Aufleveln oder hilft, in brenzligen Situationen ohne Kämpfe aus einem Dungeon zu fliehen. Auch das Ziehen von Zaubern wird so beschleunigt, das Prinzip bleibt aber ermüdend.

Schon in "Final Fantasy 7" waren die Hilfsmechaniken bei Spielern umstritten - für die einen eine Erleichterung, für die anderen eine Verwässerung des Spielerlebnisses. Besonders heftige Kontroversen löste der sogenannte "Battle Boost" aus - und das aus gutem Grund. Charaktere greifen auf Knopfdruck viel häufiger an und jeglicher Schaden wird augenblicklich geheilt. Selbst wenn die Mechanik nicht durchgängig verwendet, sondern nur kurz während eines Kampfes aktiviert wird, kann man sich so immer noch eine Komplettheilung erschleichen.

Der "Battle Boost" mag als Hilfe für Spieler gedacht sein, die nicht mit dem Schwierigkeitsgrad zurechtkommen, an kniffligen Stellen feststecken oder nur die Geschichte von "Final Fantasy 8" genießen wollen. Trotzdem wird mit einer einzigen Eingabe die komplette Kampfmechanik aus den Angeln gehebelt, indem sie beinahe unbesiegbar macht.

Bei aktiviertem "Battle Boost" ist man schnell versucht, jegliche Strategie aus dem Fenster zu werfen. Gegner, die eigentlich viel zu stark für die Gruppe wären, verkommen zu einer Farce und können durch minutenlanges Gedrückthalten der Aktionstaste in Grund und Boden geschnetzelt werden.

"Final Fantasy 8 Remastered" ist unterm Strich mehr als Update denn als Neuauflage des Klassikers zu sehen. Trotz Hilfsmechaniken dürfen Spieler aber nicht vergessen, worauf sie sich einlassen.

Das Testmuster wurde der "Wiener Zeitung" vom Entwickler zur Verfügung gestellt.