Stetige Anspannung

"Man of Medan" spielt dabei virtuos auf der Klaviatur des Gruselns und Grausens. Beklemmendes Dunkel, aus dem jederzeit dämonische Fratzen springen können, vorbeihuschende Schatten, böse Geister, abrupt einsetzende, schrille Töne: All das sorgt für stetige Anspannung.

Auch die grafische Inszenierung lässt sich durchaus sehen: Sie ist sehr ansehnlich, wenn auch nicht ausgezeichnet. Wie bei mittlerweile vielen anderen Blockbuster-Spielen wurde auch bei "Man of Medan" auf die Motion-Capture-Technik zurückgegriffen: Dabei werden die Bewegungen von "echten" Schauspielern mittels Sensoren aufgezeichnet und nachher unmittelbar auf die Spielfiguren übertragen.

Ein interessanter Aspekt ist die Figur des Erzählers, der während des Spielverlaufs immer wieder auftaucht und bewertet, wie der Spieler sich schlägt. Droht das Ganze in einem Fiasko zu enden, steht er auch mit Tipps parat.

"Man of Medan" lässt sich innerhalb eines längeren Abends locker durchspielen, aufgrund der unterschiedlichen Handlungsmöglichkeiten hat es jedoch einen enormen Wiederspielwert. Dieser wird zusätzlich durch den Multiplayer-Modus erhöht: So kann das Spiel im "Coop"-Modus mit einem Freund zu zweit online gespielt werden oder auch im "Filmmodus". Bis zu fünf Spieler können hierbei teilnehmen, jeder sucht sich eine Figur aus: Derjenige, der am Zug ist, erhält dann jeweils den Spielecontroller.

Weitere Teile der "Dark Pictures"-Reihe sind angekündigt - noch 2020 soll "Little Hope" herauskommen. Darauf kann man sich schon freuen, denn der erste Teil "Man of Medan" ist gut gelungen. Noch dazu kostet das Ganze gerade einmal rund 30 Euro. Das beschert "The Dark Pictures: Man of Medan" von Supermassive Games und Bandai Namco ein hervorragendes Preis-Leistung-Verhältnis.

Das Testmuster wurde der "Wiener Zeitung" vom Hersteller zur Verfügung gestellt. "Man of Medan" ist am 30. August für PC, PS4 und Xbox One erschienen.