Ursula PoznanskiSchriftstellerinapa/Harald Schneider - © APA/HARALD SCHNEIDER
Ursula PoznanskiSchriftstellerinapa/Harald Schneider - © APA/HARALD SCHNEIDER

2011 startete Ursula Poznanski mit ihrem Debütroman "Erebos" um ein Online-Spiel, das seine Spieler terrorisiert, ihre Karriere als erfolgreiche Autorin. Nun hat sie - für sie selbst eher unerwartet - nach mehreren anderen (Jugend-)Romanen doch noch eine Fortsetzung vorgelegt. Wobei ihr das Thema Computerspiele durchaus nicht so fern liegt, auch wenn Poznanski heute nur noch zwischendurch am Handy "Angry Birds" spielt.

Sie erinnert sich aber an ihre Zeit als Studentin in den 1990ern: "Damals habe ich auf meinem ersten Computer - 4 Megabyte Arbeitsspeicher, Diskettenlaufwerk - ‚Day of the Tentacle‘ gespielt, so eine Art Kombinatorik-Adventure." Und dann entdeckte sie "Diablo" für sich. Es muss ein nachhaltiges Spielerlebnis gewesen sein, denn "Erebos" und "Erebos 2" gemahnen durchaus an dieses Action-Rollenspiel. Als sie "Erebos" schrieb, überlegte sie dann, ob sie sich nicht auch noch "World of Warcraft" zulegen sollte. "Das habe ich dann aber doch nicht getan. Denn erstens wäre ich womöglich vor lauter Spielen nicht zum Schreiben gekommen, und zweitens sollte die Welt im Buch auch nicht zu ähnlich werden."

Beim Schreiben von "Erebos 2" ist ihr vor allem aufgefallen, wie rasant sich die Technik binnen eines Jahrzehnts weiterentwickelt hat. "Vieles in ‚Erebos‘, das damals für Staunen gesorgt hat, ist heute gang und gäbe. Und vieles ist extrem veraltet." Während ihre Protagonisten damals noch DVDs tauschen und ins Internetcafé gehen mussten, ist man heute mit dem Smartphone sofort online. Dazu kommen Features wie Google Duplex, die auch bei "Erebos 2" vorkommen: Da tätigt das Online-Game, dessen Künstliche Intelligenz die Spieler durch Erpressung in seine virtuelle Welt zwingt, in der realen Welt mit deren Stimmen Telefonate.

Poznanski, die derzeit an einem neuen Band ihrer "Vanitas"-Reihe arbeitet, gehört aber nicht zu jenen, die Computerspiele oder KI verteufeln: "Es ist ein spannender Teil der Popkultur geworden." Sie selbst schaut aber heute nur noch ihrem Sohn beim Spielen über die Schulter. "Ich glaube, es könnte durchaus passieren, dass ich noch einmal in ein Computerspiel hineinkippen würde. In Bezug auf mein Zeitmanagement als Autorin wäre das fatal."(maz)