Weihnachten steht vor der Tür und manch einer denkt wohl daran, Digitales unter den Christbaum zu legen. Die "Wiener Zeitung" lässt die größten Videospielhits des Jahres 2019 Revue passieren.

Nicht nur "Krieg der Sterne"-Fans werden mit "Star Wars: Jedi Fallen Order" (PC, Xbox One, PS4) ihre Freude haben. Das klassische Einzelspielabenteuer bietet eine dichte Atmosphäre und ist filmreif inszeniert. Die Rätsel und tückischen Kämpfe fordern auch Videospiel-Veteranen. Innovativ ist das Gameplay von "Jedi Fallen Order" jedoch nicht.

Hier werden Spieler bei "Death Stranding" (PS4, Release im Sommer 2020 auf PC) fündig. In der zwischen Genie und Wahnsinn oszillierenden Geschichte versucht man, als eine Art postapokalyptischer Postbote die Welt wiederaufzubauen. Das Spiel setzt grafisch neue Standards und besetzt die Charaktere mit Filmstars wie Mads Mikkelsen, Guillermo del Toro und Norman Reedus.

Horror-Freunde werden bei "The Dark Pictures: Man of Medan" (PC, Xbox One, PS4) auf ihre Kosten kommen. Eine Gruppe junger Erwachsene stößt bei einem Bootsausflug auf ein seit Jahrzehnten herumtreibendes Militärschiff: Ob sie das Abenteuer überleben, hängt von den Entscheidungen des Spielers ab. Düster geht es auch beim Remake des Horror-Klassikers "Resident Evil 2" (PC, Xbox One, PS4) zu: Als Polizist schlägt sich der Spieler hier durch eine Zombie-Apokalypse.

Ein großartiges Horror-Spiel ist auch "Metro: Exodus" (PC, Xbox One, PS4). In dem Action-Adventure spielt man einen russischen Kämpfer, der in der Moskauer U-Bahn die atomare Apokalypse überlebt hat. Auf der Suche nach einem lebenswerten Plätzchen auf der Oberfläche kämpft sich der Spieler durch Horden mutierter Wesen. Die Geschichte ist inspiriert von der "Metro"-Reihe des russischen Bestseller-Autors Dmitry Glukhovsky.

Auf Mehrspieler-Action ist hingegen "The Division 2" (PC, Xbox One, PS4) aufgebaut: Im zerstörten Washington überwindet der Spieler mit Online-Kumpanen die Anarchie und schafft wieder Recht und Ordnung. Ebenfalls gemeinsam mit anderen Online-Spielern kann man im Taktik-Shooter "Ghost Recon: Breakpoint" (PC, Xbox One, PS4) Missionen absolvieren. Über einer Pazifikinsel abgeschossen, versucht man den Hintergründen rund um eine obskure Tech-Firma auf den Grund zu gehen. Aber es muss ja auch nicht immer ein Shooter sein: Mit "Anno 1800" (ausschließlich PC) erschien 2019 ein hervorragendes Aufbau-Strategiespiel. Während der Industrialisierung muss der Spieler hier geschickt Städte verwalten und zum (wirtschaftlichen) Erfolg führen, die Spielwelt erstreckt sich von Europa bis nach Südamerika. Sportlich liefern einander in gewohnter Manier "Pro Evolution Soccer 2020" und "Fifa 20" das Duell um die beste Fußballsimulation. "Fifa" punktet mit einem Kleinfeldmodus, "Pro Evo" dafür mit einer realistischeren Spielphysik.

Mit Magie gegen Mobbing

Das wahrscheinlich wertvollste Spiel war dieses Jahr "Concrete Genie" (ausschließlich PS4). Der junge Ash lebt in einer heruntergekommenen Stadt. Während andere Kinder in dieser Tristesse ihre Zeit mit Vandalismus verbringen, zeichnet Ash fantastische Figuren und Landschaften in sein Heft. Nachdem ihm die Halbstarken dieses zerreißen und durch die Luft wirbeln, macht sich Ash daran, mithilfe eines magischen Pinsels die Mauern der Stadt mit seinen Zeichnungen zu verzieren.

Dabei werden von ihm gemalte magische Kreaturen zum Leben erweckt. Mit deren Hilfe kann er Rätsel lösen, sich gegen Rowdys wehren und letztlich die Stadt wieder in einen schönen Ort verwandeln. Das Spiel kann zusätzlich zum normalen Modus mit Controller auch mittels Virtual-Reality-Ausstattung gespielt werden.