Dreams für die Sony Playstation gelangt heute, Freitag, in den Handel. Es als Spiel der Spiele zu bezeichnen, trifft es wahrscheinlich noch am ehesten. Denn "Dreams" stellt nicht nur allerlei von Entwicklerstudio Media Molecule vorbereitete Spiele zur Verfügung, sondern bietet vor allem die Möglichkeit, selbst Spiele zu entwickeln. Die Games Marke Eigenbau können dann von den anderen Mitgliedern der Community gezockt und weiterentwickelt werden. Allein die Vorstellung, was so ein Schneeballsystem hervorbringen könnte, wird dem Namen "Dreams" schon ganz gut gerecht.

",Dreams‘ ist das soziale Netz der Kreativität", sagte Creative Director Mark Healey bei der offiziellen Präsentation von "Dreams" am Dienstag in Berlin. Das Spiel bringt alle Werkzeuge mit, die man für die Entwicklung eines Videospiels benötigt: Grafik, Audio, Spielmechanik.

Wie einfach es gehen kann, führt Healey gleich vor. Am Anfang steht ein leerer Raum. Innerhalb von ein paar Sekunden und wenigen Klicks ist eine Entenfamilie geschaffen, die durch die Landschaft watschelt. Noch ein paar Klicks und das gelbe Federvieh findet sich in einer Felslandschaft wieder. Sieht watscheneinfach aus, braucht aber Übung.

Creative Director Mark Healey erklärt sein Spiel. - © aum
Creative Director Mark Healey erklärt sein Spiel. - © aum

Für gestresste Menschen mit Beruf und Kindern ist das Spiel wahrscheinlich nicht ideal. Denn sich in die Bedienung einzuarbeiten, benötigt Zeit, die Unmenge an Features und Möglichkeiten auszuloten noch viel mehr Zeit. Doch wessen Herz für die Spielentwicklung schlägt, bei dem löst das eher Begeisterung denn Zögern aus.

Bücherwurm programmiert

Das Pärchen Lotte und Sebastian sind ein gutes Beispiel dafür, wie einfach die Spielentwicklung in "Dreams" sein kann. Die Germanistin und der Bibliothekswissenschafter gehörten zu den Auserwählten, die einen frühen Zugang zum Spiel erhielten. Innerhalb von einer Woche schufen die zwei Deutschen das Adventure "Pig Detective". Einfach en passant, neben einem Bürojob als Sachbearbeiter. Das Spiel kam in der Community gut an. Zahlreiche User begannen mitzuhelfen und das Spiel zu verbessern. Inzwischen gibt es schon einen zweiten Teil.

Ob sie sich vorstellen könnten, die Spieleentwicklung auch professionell zu betreiben? Sebastian ist skeptisch: "Das würde den gesamten Rahmen verändern", erklärt er. Für ihn ist "Dreams" ein Hobby. "Allein, dass ich mich nicht vor einen Computer setzen muss, sondern von der Couch aus agieren kann, ist ideal." Andere sind da ambitionierter.

Rekrutierung via "Dreams"

"Allein in der Early-Access-Phase haben wir schon direkt einen Spieler als Vollzeit-Game-Designer rekrutiert", erklärt Mark Healey. Ein angenehmer Nebeneffekt für Media Molecule und Sony: Sie haben mit "Dreams" stets Rohdiamanten der Spieleentwicklung auf dem Radar. Möglich und auch geplant ist eine Auskopplung erfolgreicher Spiele der Community. Dabei ist das Spiel nicht nur für Amateure attraktiv.

"Ich würde ,Dreams‘ auf jeden Fall für die Entwicklung von Spielen in kleinen Dimensionen verwenden", erklärt Vincent Schulze. Der 23-Jährige studiert Game-Design an der Mediadesign Hochschule in Berlin. Auch seine Kollegin Lina Vorpahl ist von der Einfachheit begeistert. Auf der Spielemesse Gamescom wiederum war man dermaßen beeindruckt, dass "Dreams" noch vor dem Release zum Spiel des Jahres 2019 gekürt wurde. Bleibt nur noch abzuwarten, wie das Spiel bei den Konsumenten ankommt.

Die Pressereise erfolgte auf Einladung des Publishers.