Drinnen eingesperrt, reduzierte Einkaufsmöglichkeiten, knappe Waren, während draußen der unsichtbare Tod wartet: Die "Metro"-Serie passt recht gut zu Zeiten der Corona-Krise. Nur, dass im Spiel die Oberfläche der Erde nach einem nuklearen Armageddon unbewohnbar ist und die Überlebenden in U-Bahn-Schächten hausen, wo ihnen Monster und Kämpfe unter Fraktionen das Leben noch zusätzlich schwer machen.

Derzeit sind mit "Metro 2033 Redux" und "Metro: Last Light Redux" die ersten zwei Teile der Serie aus den 2010er Jahren für die Nintendo Switch erhältlich. Die Mischung aus Horror-Abenteuer und Ego-Shooter wurde noch einmal aufpoliert und reiht sich damit in die Remakes ein, die das Letzte aus der Konsole holen.

Switch ideal für Neuauflage älterer Blockbuster

Die Switch scheint wie geschaffen zu sein, älteren Konsolen- und Computerspielen für Erwachsene neues Leben einzuhauchen. Während man ansonsten eher harmlose Jump-and-Run-Spiele gewohnt ist, wird die Switch mit der Portierung zu einer Erwachsenenkonsole, die Kinder besser nicht zum Laufen bringen sollten. Höchst erfolgreich und gelungen waren in der Vergangenheit bereits die Horror-Serie "Resident Evil" und das Hexer-Epos "The Witcher 3". Das lag nicht zuletzt daran, dass diese Spiele nicht nur von Kämpfen leben, sondern vor allem mit ihrer Geschichte punkten.

Das ist auch bei den aktuellen "Metro"-Spielen der Fall. Vom russischen Bestseller-Autor Dmitri Alexeiewitsch Gluchowski inspiriert, lassen sie den Spieler in beklemmende Weise in eine postapokalyptische Welt eintauchen.

Auf Schritt und Tritt stolpert man in Dialoge, in denen die Menschen über ihre Ã"ngste und Wünsche erzählen. Mehr und mehr erhält der Spieler ein Bild, das unter die Haut geht, indem die Menschen in einer Ausnahmesituation ums nackte Ãœberleben kämpfen.

Die Grafik ist - wie von einem aufpolierten älteren Spiel zu erwarten - nicht State of the Art. Vergleicht man allerdings die Remake-Version mit dem Original, kann man streckenweise den Eindruck gewinnen, das hier manches verschlimmbessert wurde. Bei den Shooter-Elementen wiederum merkt man schnell, dass das Ballern auf der Switch etwas für Feinmotoriker ist. Das sind aber letztlich leicht verschmerzbare Einschränkungen in einem durchwegs hervorragenden Adventure, das gerade sein zweites erfolgreiches Jahrzehnt bestreitet.

Die rezensierten Spiele wurden
der "Wiener Zeitung" von den
Herstellern zur Verfügung gestellt.