Lange war es ruhig um sie gewesen, nun soll das Comeback gelingen: Die ikonische Videospielreihe "Age of Empires" will mit einem neuen vierten Teil an frühere Triumphe anschließen. Zwar hat es in den vergangenen Jahren Neuauflagen der alten Teile gegeben, doch seit dem 2005 erschienenen "Age of Empires 3" gab es keinen neuen Ableger der Strategiespielserie. Während andere Videospielreihen im Jahrestakt mit neuen Teilen aufwarteten, lebte "Age of Empires" von der Nostalgie und dem Erfolg vergangener Tage.

Das soll sich nun ändern. "Age of Empires 4" steht in den Startlöchern, und nach und nach sickern neue Details zu dem Spiel durch. Offenbar wird es vier Kampagnen geben. Den Anfang macht das dunkle Zeitalter: Da kann man etwa im England des Jahres 1066 in die Rolle von Harald Godwinson schlüpfen, dem König der Angelsachsen, der das Land für sich behaupten will. Es folgen die Zeitalter des Feudalismus, der Burgen und des Kaiserreichs. Dabei stehen einander Engländer, Franzosen, Mongolen, Inder und Chinesen gegenüber. Insgesamt sollen zu Beginn acht spielbare Fraktionen zur Verfügung stehen.

Das Spieldesign bleibt ganz in der Tradition der Serie: Von einem Stadtzentrum aus ziehen die Bewohner los und sammeln Rohstoffe, mit denen nach und nach die eigene Basis ausgebaut wird. Schon bald entstehen Bauernhöfe und Schutzwälle. Es wird gejagt, geerntet, militärisch gedrillt und Gold lukriert, um schließlich bestmöglich für den großen Zusammenstoß der Armeen gewappnet zu sein. Dabei hat natürlich jede Kampagne und jede Fraktion ihre Eigenheiten: Bei den nomadischen Mongolen etwa kann man Städte mitsamt deren Gebäuden quer über die Landkarte bewegen, während Mauern aus offensichtlichen Gründen nicht angesagt sind.

Neu mit an Bord ist bei "Age of Empires 4" ein bildendes Element. Es sind nämlich historische Kampagnen vorgesehen. Allzu viel ist über diese noch nicht durchgesickert, aber im Fall von Harald Godwinson wird es dann so sein, dass dieser - geschichtsgetreu - dem normannischen Herzog Wilhelm im Kampf um England gegenübersteht. Diese Konfrontation wird dann mit echten Filmsequenzen in Spielgrafik historisch erklärt und zu einer Art digitalem Geschichtsunterricht.

Neue Impulse für Genre

Der Hype um das Spiel ist groß - aus zwei Gründen. Einerseits zählt "Age of Empires" zu den populärsten Spielereihen schlechthin und ist auch so manchen weniger gamingaffinen Menschen ein Begriff. 1997 erschien der erste Teil, er spielte im Altertum. 1999 folgte der Nachfolger mit einem Abstecher ins Mittelalter.

Der zweite Teil gilt unter den Fans als bester Teil der Serie. Nicht nur hält ihm eine beträchtliche Anhängerschaft seit gut zwei Jahrzehnten die Treue, zuletzt konnte er aufgrund zweier Neuauflagen auch neue Spieler für sich gewinnen. Der dritte Teil konnte den Kultstatus seines Vorgängers zwar nicht erreichen. Erfolgreich war er dennoch, wie auch zwei offizielle Erweiterungen und ein grafisches Remake, das im vergangenen Oktober erschien, zeigen.

Neben der Popularität der Serie bedient "Age of Empires" aber auch ein Genre, das in den vergangenen Jahren zu einer Nische verkam: die Echtzeitstrategie-Spiele. Galten sie noch vor einem guten Jahrzehnt so wie Shooter, Abenteuer- und Sportspiele ebenfalls als Kassenschlager, so verloren sie zuletzt stark an Boden. Neue, zugkräftige Titel waren Mangelware, das Genre wurde zur Spielwiese für Nostalgiker.

"Age of Empires 4" könnte für die vernachlässigte Echtzeit-Strategie nun neue Impulse liefern. Gerade auch im E-Sport-Bereich, der immer noch von Klassikern wie "Starcraft" dominiert wird. Gegenüber dem "Standard" erklärten Relic Entertainment, die Entwickler von "Age of Empires 4", man sei bereit, die "E-Sport-Szene zu unterstützen". Ein offizieller Erscheinungstermin für das neue Spiel steht noch nicht fest. Im Raum steht eine Veröffentlichung im Herbst oder bis zum Jahresende. Fraglich ist auch noch, ob "Age of Empires 4" für Spielekonsolen erscheinen wird. Bestätigt wurde von den Entwicklern bisher nur eine Veröffentlichung für den PC.(aum/dab)