Zehn Jahre nach seiner Ankündigung ist vor kurzem "UFO2: Extraterrestrials" erschienen. Rundenbasierte Strategiespiele wie dieses fristen großteils ein Nischendasein. Im Gegensatz zu Ego-Shootern ist schneller Erfolg selten. Es braucht Zeit, um zu Beginn Regeln und Spielmechanik zu verinnerlichen, längeres Nachdenken ist statt schnellem Knöpfedrücken gefragt.

Und doch landet dann und wann eines dieser Spiele ganz oben. Die "Banner Saga" etwa schaffte es, zu begeistern. Das nicht zuletzt, weil sie über das gute Spielkonzept hinaus noch mit einer guten Geschichte und schönen Zeichnungen punkten konnte. "UFO2" des Indie-Studios Chaos Concept hat weder das eine noch das andere zu bieten: Die Grafik ist 90er-Jahre-Niveau, die Geschichte relativ simpel - man muss verhindern, dass Außerirdische sich der Erde bemächtigen.

Kassenschlager ist unter diesen Voraussetzungen keiner zu erwarten. Das macht aus dem Spiel, wenn man so will, einen Geheimtipp. Denn für eine angenehme Stimulation der grauen Zellen sorgt "UFO2" allemal. Neben strategischem Geschick bei den rundenbasierten Kämpfen braucht man ökonomisches Denken. Die Ausstattung des Hauptquartiers muss vorangetrieben werden, an nützlichen Utensilien geforscht und Forscher zugewiesen werden, Einsatzkräfte rekrutiert - und das alles im Rahmen des zur Verfügung stehenden Budgets. Damit ist stundenlanges Gehirnjogging garantiert.