Fans von Rennspielen können sich auf das brandneue "F1 2021" freuen, das heute, Freitag, in die Regale kommt. Die offiziell lizenzierte Formel-1-Simulation bietet gute Unterhaltung und vermittelt das Gefühl, mittendrin statt nur dabei zu sein. Lediglich Anhänger von Hyperrealismus wird das Spiel weniger zufriedenstellen.

Die Formel 1 ist zu Electronic Arts (EA) zurückgekehrt. Von 2000 bis 2003 brachte der US-Verleger und Spieleentwickler die berühmteste Rennklasse auf die Computerbildschirme. 2009 startete dann die Ära des englischen Videospielunternehmens Codemasters, nachdem dieses die Rechte an dem Renn-Franchise erworben hatte. Seither erschien Jahr für Jahr ein neues Formel-1-Spiel auf dem Markt. 2021 übernahm EA schließlich für 1,2 Milliarden US-Dollar Codemasters. Somit erscheint das heurige F1-Spiel erstmals wieder unter dem Banner des US-Entwicklers, der unter anderem mit Fußball, Basketball, American Football oder Eishockey Branchenführer in beliebten Sportspielen ist.

Alle Lizenzen dabei

"F1 2021" lässt kaum Wünsche offen: Einzelrennen, Zeitfahren, Karrieremodus samt Teammanagement und Fahrzeugentwicklung sind mit an Bord. Zusätzlich gibt es einen kooperativen Modus, bei dem man mit geteiltem Bildschirm zu zweit spielen kann. Alle Lizenzen sind dabei: Gefahren wird auf den Originalstrecken, mit den aktuellen Fahrern und den originalgetreuen Autos.

Die Kirsche auf dem Kuchen ist der Story-Modus "Breaking Point". In einem der Mittelfeldteams (zur Wahl stehen Alpha Tauri, Alfa Romeo, Aston Martin, Haas und Williams) schlüpft man abwechselnd in die Rolle zweier konkurrierender Teamkollegen. Auf der einen Seite steht der britische junge Wilde Aiden Jackson, auf der anderen Seite der niederländische Veteran Casper Akkerman. Neben dem Kampf um den Sieg liefern sich die beiden ein spannendes Duell darum, wer die Nummer eins im Team ist. Die Geschichte besticht durch gelungene Charaktere und eine Handlung, die stets Lust darauf macht, zu erfahren, was als nächstes passiert. Das, obwohl man meinen sollte, dass das Motiv Rookie gegen alter Haudegen schon ziemlich ausgelutscht ist.

Viel Hilfe und Einstellungen

Auch bei den Schwierigkeitsstufen und den Einstellungen bietet "F1 2021" ein breites Spektrum. So ist es möglich, ein fast schon arkademäßiges Verhalten zu wählen, bei dem man Gegner einfach von der Strecke stoßen kann, ohne dabei selbst Schaden zu erleiden. ABS, Bremsassistent, Lenkassistent, Starthilfe, Boxenstopphilfe - wer will, kann das Spiel so einstellen, dass er quasi mehr Passagier denn Fahrer ist.

Oder man geht das Rennen in einem - für schlechte Fahrer frustrierenden - filigran realistischen Boliden an. Den steckt es dann schon bei der leisesten Bekanntschaft mit den Curbs in die Landschaft, während schon bei der leichtesten Berührung die Chancen gut stehen, einen Boxenstopp für die Reparatur einlegen zu müssen, um das Teil zu ersetzen, das einem soeben um die Ohren geflogen ist. Für Tüftler und gehobene Ansprüche lassen sich auch die Eigenschaften des Wagens feinjustieren: vom Reifendruck über die Aufhängung und die Bremsen bis hin zum Winkel des Spoilers.

Hart, aber fair

Gerade für Menschen, die nicht primär Rennspiele spielen, ist es erfreulich, dass sich "F1 2021" zumindest bis zur mittleren Schwierigkeitsstufe ähnlich effektiv mit Gamecontroller wie mit Lenkrad und Pedalen spielen lässt. Grundsätzlich angenehm ist das Verhalten der Künstlichen Intelligenz, sprich: der computergesteuerten Gegner. Hart, aber fair - so lautet hier das Motto. Steht bei einem Überholmanöver in der engen Kurve der Totalausfall im Raum, stecken die Gegner üblicherweise zurück - außer natürlich, die Situation wurde vom Spieler selbst verschuldet, etwa durch einen Verbremser oder eine gezielte Harakiri-Attacke. Wer sich denkt: "Der wird schon ausweichen", schickt seinen Wagen schnell auf den Schrottplatz.

Dennoch wird "F1 2021" Menschen mit den höchsten Rennansprüchen nicht vollends zufriedenstellen. Es gibt Spiele mit detailgetreueren Nachbildungen von Strecke und Wagen, dann wiederum welche mit mehr Einstellungsmöglichkeiten beim Boliden oder auch welche mit einem realistischeren Fahrverhalten. Doch unterm Strich ist "F1 2021" in allen Kategorien weit vorne mit dabei und gibt einem das Gefühl, wie ein echter Formel-1-Fahrer unterwegs zu sein - auch wenn das von der Realität ein Stück weit entfernt ist.

"F1 2021" erscheint heute,
Freitag, für PC, Playstation und Xbox. Das Testmuster wurde der "Wiener Zeitung" vom Hersteller zur Verfügung gestellt.