Die Welt von "Monster Hunter Stories 2: Wings of Ruin" kann gelegentlich widersprüchlich sein. Auf der einen Seite ist es eine Welt, in der Menschen und Elfen (Wyverianer) eine profunde Verbindung mit ihren Monstern eingehen. Sehr viel Zeit des Spiels wird damit verbracht, Eier dieser Wesen zu finden, sie auszubrüten (im Stile von "Pokémon Go") und dann mit ihnen als domestizierten Reittieren durch die Landen zu ziehen.

- © "Monster Hunter Stories 2: Wings of Ruin"
© "Monster Hunter Stories 2: Wings of Ruin"

Auf der anderen Seite verbringt man ebenso viel Zeit damit, mit diesen Monstern ihresgleichen zu jagen und denen den Garaus zu machen. Und so ist auch gleich der erste selbsterworbene tierische Kumpane jener, dessen Mutter man soeben geschlachtet hat. Aber das ist egal - denn "Monster Hunter Stories 2: Wings of Ruin" ist ein hervorragendes Rollenspiel mit einer teils kindlichen, teils emotionalen, auf jeden Fall aber mitreißenden Erzählung.

- © "Monster Hunter Stories 2: Wings of Ruin"
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Als Nachkomme eines legendären Monsterreiters versucht man, der Ursache auf den Grund zu gehen, warum die Drachenmonster, Rathalos, auf der ganzen Welt verschwinden. Schon bald sieht man sich mit schweren Entscheidungen konfrontiert, die das Fortbestehen oder das Ende der Welt bedeuten können.

Gutes Kampfsystem

- © "Monster Hunter Stories 2: Wings of Ruin"
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Das Kampfsystem ist eine Art raffiniertes Schere-Stein-Papier. Die Kontrahenten können zwischen drei Standardangriffen wählen: schnell, stark und technisch - schnell schlägt stark, stark schlägt technisch, und technisch schlägt schnell. Hinzu kommt noch eine Reihe Spezialangriffe und Kombinationen sowie Attacken des persönlichen Reitmonsters. Das Schadensausmaß wiederum wird zusätzlich von Waffe und Rüstung beeinflusst. Schnell erlernbar, gehört das Kampfsystem derzeit sicher zu den unterhaltsamsten in Videospielen.

- © "Monster Hunter Stories 2: Wings of Ruin"
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Der Hauptstrang der Geschichte schreitet erfrischend zügig voran und macht mit einem guten Spannungsbogen stets Lust zu erfahren, was als Nächstes passieren wird. Mit Nebenaufgaben können Geldstücke verdient sowie unterwegs Rohstoffe gesammelt werden. Damit wiederum kann man Waffen, Rüstungen herstellen und verbessern sowie leistungssteigernde Tränke brauen.

Gewöhnungsbedürftig ist, wie so oft, die Sprachauswahl. Die Unterhaltung mit den diversen computergesteuerten Spielcharakteren erfolgt exklusiv auf Englisch oder Japanisch. Immerhin gibt es deutsche Untertitel.

Relativ unerwartet zeigt sich ab dem dritten Kapitel, dass es bei "Monster Hunter Stories 2" auch einen Mehrspielermodus gibt. Bei diesem kann man mit Freunden oder online gefundenen Partnern weiterspielen.

Für zig Stunden blendender Unterhaltung ist jedenfalls gesorgt. Selbst, wenn man sich lediglich auf die Hauptgeschichte konzentriert, bewegt man sich in Sphären von 40 und mehr Stunden. Reizt man Nebenaufgaben und Mehrspielermodus aus, überschreitet man locker die 100-Stunden-Grenze.

"Monster Hunter Stories 2: Wings of Ruin" ist für Nintendo Switch und PC erschienen. Das Testmuster wurde der "Wiener Zeitung" vom Hersteller zur Verfügung gestellt.