Österreich ist eine Hochburg des American Football. Nur deutsche Teams haben es geschafft, öfter die Eurobowl zu gewinnen. Bei den letzten beiden Europameisterschaften wurde Österreich jeweils zweiter und musste sich nur Frankreich und - äußerst knapp - Deutschland geschlagen geben. Warum also nicht einmal zu "Madden NFL 22" greifen - und sei es auch nur, um als Ahnungsloser ein wenig in diese fremde Sportart hineinzuschnuppern.

- © Screenshot / EA Sports
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Ein erstes schnelles Spiel überfordert sogar auf einfacher Stufe. Kombinationsmöglichkeiten ohne Ende erscheinen am unteren Bildschirmrand. Was gut zu wählen wäre, erschließt sich nicht wirklich. Oben finden sich Icons, die ein Mysterium sind. Der Versuch, der entgegenrauschenden Meute zu entkommen, scheitert kläglich, aus "Fifa" bekannte Dribblingkombinationen haben null Effekt.

Doch zum Glück gibt es einen Trainingsmodus. Nach und nach erlernt man die Spieltechnik: Das geeignete Kombinationsspiel finden, der genau getimete Pass, der richtige Block, die vielversprechendste Verteidigung. Im Vergleich zu "Fifa" ist das Konzept völlig anders. Wird der Ball im Angriff gespielt, muss man vier, fünf Läufer gleichzeitig im Auge haben, abschätzen, wer am ehesten der Verteidigung entkommen wird und dem dann das Ei zum richtigen Zeitpunkt zuspielen. Gefühlt geht alles unheimlich schnell. Doch in Wirklichkeit ist das Spiel deutlich langsamer als "Fifa". Spielt man das Fußballspiel nach "Madden", fühlt man sich wie ein Amerikaner auf der deutschen Autobahn: Alles geht viel zu schnell.

Meistverkauft in Deutschland

"Madden NFL 22" wird derzeit zwar von amerikanischen Kritikern verrissen. Aber wahrscheinlich muss man American Football schon mit der Muttermilch eingesogen haben, um die schlechten Beurteilungen nachvollziehen zu können. Für die anderen liegt der Reiz nicht nur im Erlernen des Spiels. Durch seine mannigfaltigen Optionen sorgt es auch für beste Unterhaltung. Das sieht man offenbar auch in Deutschland so, wo das Spiel derzeit Platz 1 der Verkaufscharts belegt.