Robert MeyerDirektor der Volksoper Wien Robert Newald - © Robert Newald
Robert MeyerDirektor der Volksoper Wien Robert Newald - © Robert Newald

Wien. (aum/dab) In seinem Leben hat Robert Meyer noch nie ein Computerspiel gespielt. Mit der "Wiener Zeitung" wagt sich der Burgtheater-Schauspieler und Direktor der Wiener Volksoper dennoch über die ersten Szenen des Kassenschlagers "The Witcher 3". Das polnische Fantasy-Spiel brach im Rollenspiel-Bereich alle Rekorde. Der Vorgänger "The Witcher 2" wurde 2011 sogar US-Präsident Barack Obama vom polnischen, Ministerpräsidenten Donald Tusk bei einem Washington-Besuch geschenkt.

"Das hat etwas von Oper", sagt Meyer, während er die Einleitungssequenz des Spiels sieht: Zwei Heere im Kampf um Leben und Tod, in deren Mitte eine Hexe, die mit Zaubertricks das Gemetzel aufmischt. "Bei uns spritzt auch das Blut", sagt Meyer, der gerade in ‚Sweeney Todd‘ zu sehen war: "Dort werden neun Leute umgebracht. Mir selbst wird die Kehle durchgeschnitten."

Auch der Soundtrack, der eine Mischung aus Klassik, Folklore und Filmmusik ist, erinnert Meyer an die Oper. "Man weiß, dass da jetzt was passieren wird, wenn sich die Musik aufbaut. Wenn sie leiser wird, kommt ein ruhiger Teil. Das ist auch ähnlich wie bei ‚Sweeney Todd‘", so der Direktor.

"Was wird das jetzt?"

Aufmerksam folgt er der Geschichte. Die Hauptfigur, Geralt von Riva, ist auf der Suche nach seiner Freundin, der Hexe aus der Eröffnungsszene. Es geht durch die Wildnis. "Da schaut’s aus wie in Finnland. Viel Wasser, viel Grün", meint Meyer. Schließlich ein Hinweis. Im Wirtshaus könnte jemand wissen, wo die Hexe geblieben ist. In der Spelunke gelandet, gehen ein paar üble Typen Geralt an. "Was wird das jetzt? Eine Wirtshausschlägerei? Es spielt also doch in Oberösterreich." Tatsächlich folgt eine wilde Prügelei.

"Also ich kann schon verstehen, dass man danach süchtig wird", so Meyer. Es ist eine Gefahr, vor der er sich aber nicht zu fürchten braucht: "Mir fehlt dafür einfach die Zeit."