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Wien. (aum/dab) Es gibt Dinge, die verlernt man nicht. Geschickt wandert der Mauszeiger über die Karte von "Civilization VI". "1994 habe ich in der siebenten Klasse oft den ersten Teil gespielt", erzählt der Wiener Jugend- und Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky. Ein Vierteljahrhundert später ist die Spieleserie zwar aufgehübscht und erweitert, die Mechanik dahinter ist im Grunde aber die gleiche geblieben. Und diese beherrscht Czernohorszky.

Im Strategiespiel "Civilization" geht es darum, eine Zivilisation von ihren Anfängen in eine glorreiche Zukunft zu führen. Siegen kann man durch militärische, kulturelle, wissenschaftliche oder religiöse Dominanz. Mit der "Wiener Zeitung" stürzt sich Czernohorszky in die erste Epoche. Er entscheidet sich für die kulturaffinen Griechen: "Ich finde den Kultursieg am spannendsten."

Jagd auf Barbaren

"Ah, da ist ja der Siedler." Mit diesem startet man und errichtet die erste Stadt. Doch Czernohorszky ist mit der Startposition unzufrieden, er bewegt sich drei Felder weiter, wo es mehr Ressourcen gibt. Athen wird gegründet, bald darauf tauchen Barbaren auf. Der Stadtrat jagt sie mit seinen Kriegern. Mit ein paar Klicks stellt er die Weichen für seine Zivilisation. Er erforscht das Segeln, seine Handwerker bauen Bauernhöfe und schürfen nach Diamanten.

Er würde gerne weiterspielen, doch die Zeit ist knapp. "Vielleicht im Urlaub", flüstert er nachdenklich. "Manche Menschen sind so spaßfeindlich, dass sie denken, alles was Spaß macht, ist schlecht. Dabei kann man mit den Spielen auch Bildungsinhalte vermitteln." "Civilization" zeige, was eine Zivilisation ausmache. "Man kann nicht nur mit Krieg gewinnen, sondern mit vielen anderen Möglichkeiten wie der Kultur und Wissenschaft." Und: Wer sich nicht weiterentwickle, bleibe auf der Strecke, so Czernohorszky.